Klinikum rechnet erneut mit Verlusten

Kreistag beschließt Wirtschaftsplan 2020 - AfD-Kreisräte konträr

Rodewisch.

Das Kreiskrankenhaus Obergöltzsch in Rodewisch wird das kommende Jahr voraussichtlich mit einem Verlust von 97.000 Euro abschließen. Das geht aus dem Wirtschaftsplan 2020 hervor, den der Kreistag mehrheitlich gebilligt hat. Der geplante Verlust resultiert laut Verwaltungsdirektorin Beate Liebold aus Ausgaben für das laufende Telematik-Modellprojekt. Politisch gewollt, soll es mögliche Wege aus dem Ärztemangel auf dem Land mit Hilfe von Telemedizin und Fernsprechstunden untersuchen. Das Klinikum muss dafür unter anderem Servicestellen betreiben.

2020 rechnet die Krankenhausverwaltung mit deutlich höheren Personalkosten als noch in diesem Jahr. Grund dafür sind angekündigte gesetzliche Änderungen für Untergrenzen bei Pflegepersonal. Zudem will das Klinikum Investitionen in die Gebäude, den Brandschutz, die digitale Patientenakte und eine Schwesternrufanlage hoch halten. 502.000 Euro überweist das Klinikum jährlich an die Kreiskasse. Das entspricht einer Verzinsung von ein Prozent des Eigenkapitals. Diese war mit dem Sparkonzept des Vogtlandkreises zur Haushaltskonsolidierung für alle Tochterunternehmen des Landkreises beschlossen worden. Kreisrat Ronny Hering (AfD) übte Kritik daran: "Das könnte mehr sein." Landrat Rolf Keil (CDU) räumte ein, dass in der freien Wirtschaft "sicherlich mehr" üblich sei. Ulrich Lupart, der nach Streit in der AfD-Kreistagsfraktion den fraktionslosen Kreisräten angehört, widersprach Hering: "Ich sehe es genau andersherum. Das ist Geld, das unserer kreislichen Gesellschaft entzogen wird." In der Vergangenheit kritisierte stets auch die Fraktion der Partei Die Linke die geforderte Eigenkapitalverzinsung und bezeichnete diese als wirtschaftliches Risiko für das Kreiskrankenhaus.

Das Klinikum hat bereits im Wirtschaftsplan für das laufende Jahr Verluste von rund 73.000 Euro einkalkuliert.

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