Kommissar außer Dienst warnt vor "Enkeltrick"

Auerbach.

Im Prinzip ist die Masche immer dieselbe, nur die Legenden variieren: Beim "Enkeltrick" gaukelt ein Anrufer seinen meist älteren Opfern vor, er sei ein naher Verwandter oder guter Bekannter und brauche dringend Bargeld, das von einer dritten Person abgeholt werden müsse. "In Plauen war es vor zwei Wochen angeblich ein Bekannter, der gerade beim Notar saß und das Geld für einen Wohnungskauf benötigte", berichtete Kriminalhauptkommissar a. D. Olaf Ludwig am Mittwoch bei einer Info-Veranstaltung in der Auerbacher Verbraucherzentrale. Tatsächlich übergab das ältere Ehepaar wenig später mehrere Tausend Euro an den "Kurier" - als die Senioren Verdacht schöpften, war es zu spät und die Täter über alle Berge.

Dieser Fall ist der einzige vollendete Betrug, der im Zusammenhang mit der jüngsten Enkeltrick-Welle vom 20. Juni bekannt wurde. Der Ex-Kommissar geht jedoch davon aus, dass es weitere vogtländische Senioren erwischt hat. Immerhin rochen 14 Betroffene, vor allem aus Plauen und Reichenbach, den Braten und erstatteten Anzeige, nachdem sie dubiose Anrufe bekamen.


Eine Zuhörerin fragte, ob man zum Schein einen Termin mit den Betrügern machen sollte, um dann die Polizei zu informieren. Das mochte Ludwig nicht empfehlen: Es sei angesichts des Personalmangels fraglich, ob rechtzeitig Beamte zur Geldübergabe geschickt werden könnten. Der Kriminaldauerdienst betreue im Vogtland mit wenigen Leuten ein riesiges Gebiet. (bap)

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