Kürbis-Ernte in Neumark: Ausverkauft vor Halloween

Landwirt Daniel Seumel vergrößert jährlich die Flächen für den Kürbisanbau. Die Ernte reicht trotzdem in keinem Jahr für die vielen Kunden. Das hat auch mit Krähen zu tun.

Neumark.

Daniel Seumel, Landwirt aus Neumark, wollte dieses Jahr auf seinem Hof ein Kürbisfest feiern und auch zum Halloween-Spektakel Schnitzkürbisse anbieten. Doch seine gesamten Kürbisse, die er auf zwei Hektar angebaut hat, sind ausverkauft.

Gerade noch rechtzeitig konnte er für die Kindergartenkinder, die Ende Oktober zum Kürbis-Schnitzen auf seinen Hof kommen wollen, einen kleinen Haufen der Ernte zur Seite legen. Seumel zeigt auf zwei Dutzend mittelgroße orangefarbene Exemplare: "Das sind meine letzten." Als er vor drei Jahren mit dem Anbau von Kürbissen begann, lächelten einige Kollegen. Doch die Idee seiner Frau Winnie erwies sich als Volltreffer. Der Haupterwerbslandwirt, der insgesamt 200 Hektar bewirtschaftet, weiß: "Kürbis boomt. Die Leute kaufen Kürbisse zum Verzehr, für Suppe und Kompott und zum Dekorieren."

Auf zwei Hektar wachsen bis zu fünf Sorten Kürbisse. Hokkaido-Kürbisse sind äußerst beliebt. Jeder kennt die orangenfarbigen, zwiebelförmigen kleinen Früchte mit dem maronenartigen Geschmack. Sie sind unter anderem so beliebt, weil die Früchte nur zwischen einem halben und anderthalb Kilogramm wiegen und die Schale essbar ist. Der Butternut-Kürbis gehört ebenfalls zum Sortiment. Die birnenförmigen, hellschaligen Kürbisse sind beliebt wegen ihres feinen, nussigen Geschmacks und dem vergleichsweise hohen Fleisch- und kleinen Kernanteils. Zwei Sorten Schnitzkürbisse und eine Zierkürbismischung ergänzend die bunte Vielfalt auf dem Feld.

Dieses Jahr begann die Ernte in der zweiten Septemberwoche, also pünktlich zur Kürbissaison. Und das, obwohl die Kürbisse als wärmeliebende Pflanzen erst im Juni in die Erde kamen, denn der Mai war für den Kürbisanbau im Vogtland einfach zu kalt. Der späte Start und der heiße, trockene Sommer konnten den Pflanzen nichts anhaben, die Saatkrähen dagegen schon. Der Landwirt berichtet jedoch auch von einem Misserfolg, ohne den die diesjährige Anbaufläche sogar drei Hektar betragen hätte: "Auf einer Fläche haben mir die Krähen die Jungpflanzen herausgerissen."

Das Erfolgsrezept von Seumel heißt: "Kürbisse zum Selberernten" mit einer Kasse des Vertrauens. Es komme schon vor, dass Leute mit den Kürbissen verschwinden, ohne zu bezahlen, aber das sei die Ausnahme. Manche legen sogar mehr Geld in die Kasse, als der Landwirt für die Kürbisse verlangt.

Ungefähr dreieinhalb bis vier Monate brauchen Kürbisse von der Aussaat bis zur Ernte. Seumel verwendet speziell für den Feldanbau gezüchtete Sorten. Diese kommen auch ohne zusätzliche Wassergabe zurecht. Und das, obwohl Kürbissen der Ruf voraus eilt, besonders durstig zu sein. "Bei den Gartensorten ist das auch so, die brauchen viel Wasser. Meine Sorten müssen ohne zusätzliche Wassergaben zurechtkommen. Das funktioniert auch", berichtet der Landwirt vom Ernteerfolg auch in trockenen Jahren. Die richtige Düngung zum richtigen Zeitpunkt sei viel wichtiger. Haben sich die Pflanzen erst einmal gut etabliert, unterdrücken sie mit ihren großen Blättern erfolgreich die wild wachsenden Pflanzen. Unkraut, das sich trotzdem zwischen den Reihen einen Platz am Licht erobert hat, lässt Daniel Seumel wachsen. "Das hat auch sein Gutes. Während Hitzeperioden beschatten die Unkrautpflanzen die Kürbisse", kann der Neumarker dem Wildwuchs auch positive Seiten abgewinnen.

Für das nächste Jahr plant Seumel seine Anbaufläche für die Kürbisse auf fünf Hektar zu erweitern und hofft, dann endlich das Kürbisfest feiern zu können und den Halloween-Fans auch noch Früchte zum Schnitzen anbieten zu können.

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