Kulturgut Mundart ist ein Stück Heimat

Das 19. Symposium des Seniorenkollegs bot am Freitag in Reichenbach Spannendes aus dem Vogtland. Mit den Eigenheiten der Sprache fing es an.

Reichenbach.

28 aktive Autoren von 18 bis 96 Jahren zählt der Vogtländische Mundartkreis. Mit einer eigenen Schriftenreihe und zahlreichen Veranstaltungen, darunter den aktuell laufenden 8. Vogtländischen Mundarttagen, trägt er zur Bewahrung der regionalen Dialekte bei.

Die eine vogtländische Mundart gibt es nicht, sondern eine Vielfalt. Das machte Doris Wildgrube aus Arnoldsgrün, Vorsitzende des Mundartkreises, am Freitag bei ihrem Vortrag zur Mundart im Wandel der Zeit beim 9. Symposium des Vogtländischen Seniorenkollegs Reichenbach in der Begegnungsstätte am Nordhorner Platz deutlich.


Drei große Siedlerströme erfassten im 12./13. Jahrhundert das bis dahin nur spärlich besiedelte Land. Aus dem Thüringischen kommend, tangierte die mitteldeutsche Siedlungsbahn das nördliche Vogtland. Im Kernvogtland schlug sich der mainfränkische Siedlerstrom nieder, während von der Oberpfalz nordbairisch sprechende Siedler ins südliche Vogtland vordrangen. Bergbau, Industrialisierung sowie die Umsiedlung am Ende des Zweiten Weltkrieges führten zu einem Sprachwandel. Zu DDR-Zeiten regierte die Hochsprache. Mundart sei zunehmend belächelt worden. Einzelne Mundartgruppen wurden dennoch gefördert. Heute erfreuen sich laut Wildgrube Mundarttheater großer Beliebtheit. Und es gab noch nie so viele Mundartbücher und -hefte. Für Doris Wildgrube hat die Mundart eine Überlebenschance. "Wenn man dem Wandel aufgeschlossen begegnet, wenn man begreift, dass Mundart ein Kulturgut ist, wenn Kindergärten und Schulen die Mundart mit einbeziehen. Und wenn wir zu unserer Heimat und zu unseren Wurzeln stehen und unsere Kinder und Enkel ermutigen, die Mundart zu erlernen", sagte sie.

Das sah auch Renate Röther vom Arbeitskreis Mundart Südthüringen so. Rund um ihre Heimatstadt Sonneberg wird der einzige fränkische Dialekt in Thüringen gesprochen "Unser Dialekt, das sind wir. Das macht uns aus. Das ist Heimat", steht für sie fest.

Das Symposium stand unter dem Thema "Von Volkskunde bis Vulkanismus - Spannendes aus dem Vogtland". Horst Meinel aus Klingenthal sprach zur Frage "Entsteht im Vogtland ein neuer Vulkan?". Christian Espig aus Oelsnitz skizzierte 150 Jahre volkskundliche Forschung im Vogtland. Und Sven Kreher vom Goldmuseums Buchwald berichtete über Gold und Edelsteine im Vogtland. Rund 50 Senioren nahmen teil.

Bewertung des Artikels: Noch keine Bewertungen abgegeben
0Kommentare

Die Diskussion wurde geschlossen.



    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus. An alle Adblocker

    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus.
    Mehr erfahren Sie hier...