Kunst überdauert ihren Schöpfer

Sechs Monate nach dem Tod des Reichenbacher Metallgestalters, Malers und Grafikers Gottfried Büttner liegt jetzt seine Werksammlung vor. Sein jüngster Enkel half dabei.

Reichenbach.

Neben einem Schattenriss des Windspieles, das für die Landesgartenschau 2009 in Reichenbach entstand, steht auf grauem Grund der Namenszug "Gobü". Es ist die Titelseite der druckfrisch erschienen Werksammlung des im November 2018 im Alter von 82 Jahren verstorben Reichenbacher Metallgestalters, Malers und Grafikers Gottfried Büttner.

"Der Katalog vereint sein komplettes Lebenswerk. Mein Vater hatte noch zu Lebzeiten mit seinem jüngsten Enkel Jonas Büttner daran gearbeitet. Wir hatten ihm versprochen, dass wir die Werksammlung fertigstellen", erklärt seine Tochter Catrin Kleinschmidt. Finanziert wurde das über 100-seitige Werk größtenteils von der Familie, gefördert durch die Stadtverwaltung Reichenbach, das Neuberin-Museum und die Neuberin-Gesellschaft. In den Katalog flossen Geldspenden anlässlich der Trauerfeier mit ein.


Der Katalog hat eine Auflage von 60 Stück und soll vor allem an gute Freunde des Künstlers verschenkt werden. Exemplare gehen auch an die Deutsche Bücherei und an das Neuberin-Museum, mit dessen scheidender Leiterin Marion Schulz das Künstlerehepaar Gottfried und Marie-Luise Büttner freundschaftlich verbunden war.

Das Metall bot Gottfried Büttner neben der Arbeit in seiner Metallbaufirma auch ein Refugium für seine künstlerischen Neigungen. Die Werksammlung enthält seine stadtbildprägenden Stahlplastiken wie "Schutz des Lebens" in Berlin, "Theaterspiel" in Rostock oder das Gitter der Christuskirche in Erfurt.

Seiner Heimatstadt Reichenbach widmete er zwei Plastiken. Anlässlich seines 75. Geburtstags 2011 schenkte er der Stadt die Plastik "Geronten", die seit 2006 den Vorgarten des Neuberin-Museums schmückt. Die Plastik vereint rostige Metallteile der alten Greizer Tannenberg-Brücke mit neuen Stahl- und Edelstahl-Elementen. Die Geronten, die Mitglieder des Ältestenrates im alten Sparta, galten als weise Männer. Die Plastik sei eine Metapher wie Altes, Bewährtes durch Neues und Junges unterstützt werde, erläuterte Marie-Luise Büttner bei der Schenkung. Zudem gestaltete Gottfried Büttner das "Windspiel 2009" für die Landesgartenschau in Reichenbach. 2012 wurde die Harmonie aus feuerverzinktem Stahl vom Angerviertel auf die Wiese im Park der Generationen umgesetzt, wo einfach mehr Wind weht. "Um die 100 Jahre könnte diese kinematische Plastik schon stehen", meinte Büttner.

Wie so oft überdauert das künstlerische Werk seinen Schöpfer. Das gilt auch für die Malerei und Grafik, die Gottfried Büttner hinterlässt. Auch sein letztes Werk, eine abstrakte Malerei in Schwarz und Gelb, ist im Katalog zu sehen.

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