Kurze Beine, flottes Tempo: Dackel gehen mit Besitzern auf Tour

Mitglieder des westsächsischen Dackelklubs trafen sich in Brockau. Für die Frauchen und Herrchen gab es eine Betriebsbesichtigung, für die eigenwilligen Charakterhunde Auslauf.

Brockau.

Die stummelbeinigen Schützlinge der Mitglieder des Dackelklubs Westsachsen heißen beispielsweise Emma, Albert, Kaethe oder Elfriede, auch Gandolf oder Duplo: Am Sonntag trafen sie sich bei der Plauener Spitzenmanufaktur C. R. Wittmann in Brockau, um nach der Betriebsvorstellung auf Wanderschaft zu gehen.

Das Gelände um den Kuhberg war das Ziel auf der Tour. Von dort ging es nach einem Mittagsimbiss zurück nach Brockau. Zu lang waren die Strecken für die kleinen Dackelbeine nicht, denn die Vierbeiner sind recht agil und schnell. Immerhin dienen sie vielen Jägern auch als Jagdhund. Ihre Frauchen und Herrchen sind ganz jung, mittelalt oder schon im Seniorenalter: "Das war vor zehn Jahren noch anders. Da war der Dackel eher bei älteren Menschen beliebt. Jetzt hat er alle Generationen erobert", sagte Ina Möckel, die Vorsitzende des Dackelklubs. Sie kommt aus Markneukirchen und hatte mit Duplo und Elfriede gleich zwei Hunde mit. "Duplo heißt so, weil er braun ist", sagte Ines Möckel.

Die meisten Tiere bei der Wanderung waren eher schwarz. "Dackel sind klein, aber sehr eigenwillig. Sie haben einen eigenen Kopf und werden häufig unterschätzt", weiß die Klubchefin. Es spielt auch keine Rolle, ob Mann oder Frau, so ein Dackel passt zur jungen Familie mit Kindern genauso wie zum Rentnerehepaar oder zu einem Junggesellen. Zum Beispiel auch zu Denise und Axel, einem jungen Pärchen aus Remptengrün/Adorf. "Den Dackel kann man überall mit hinnehmen, unter dem Arm, selbst in Museen hatten wir noch nie Probleme", nannte Denise als Grund für die Wahl dieser Rasse als Familienhund. Ihr Partner bringt schon Dackelerfahrung mit. Es ist der dritte Dackel, mit dem ihn Liebe verbindet. "Ob das bei dem von meiner Oma Liebe war, weiß ich nicht, der hat mich immer gezwackt", sagte er. Ihre Kaethe ist ein Zwergdackel Kurzhaar Tigerstripe. Dass die Bezeichnung Tigerstreifen ausgerechnet auf das Muster von Tarnuniformen der US-Amerikaner im Vietnam-Krieg zurückgeht, hat nichts mit den Hunden zu tun. Das Design heißt auch bei Kleidung so. Die Kaethe der Remtengrüner ist ein friedliches Tier und ein Haushund. "Sie hat keinen ausgesprochenen Jagdtrieb, aber viel Auslauf. Die Leine trägt sie nur hier bei der Wanderung, sonst nicht. Wir haben ein großes Grundstück", sagte Denise. "Normalerweise hört sie gut, aber wenn sie sich etwas in den Kopf gesetzt hat, kann es schon mal anders sein. Trotz Erziehung ist sie ein Sturkopf. Man muss aufpassen, dass das nicht aus dem Ruder läuft", meinte Axel. Da hilft dann auch nicht der typische Dackelblick, den Kaethe aussendet.

Der Dackelklub hat 55 Mitglieder aus dem Vogtland, dem Erzgebirge und dem Zwickauer Raum, die sich zum monatlichen Stammtisch im Waldhaus Ebersbrunn treffen. Dort beraten sie über Veranstaltungen wie Wanderungen, Zuchtschauen oder organisieren die Ausbildung der Vierbeiner. "Egal, ob Jagd- oder Familienhund, Dackel brauchen eine konsequente Führung. Dafür ist die Ausbildung wichtig", so Ina Möckel. Sie züchtet Dackel, die den adligen Namen "vom Zwergenhäusel" tragen. Dackel werden in Kaninchendackel, Zwergdackel und Standarddackel unterschieden. Alle drei Arten haben entweder Rauhhaar, Glatthaar oder Langhaar.

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