Landfrauen klotzen ordentlich ran

Getreide schneiden, Halme bündeln, trocknen, wieder abnehmen, binden und dann noch viele gute Ideen entwickeln, dazu Veranstaltungen organisieren und Schaubinden. Das alles funktioniert gut, dank moderner Kommunikation über das Smartphone. Alle machen mit, auch die 80-Jährigen.

Irfersgrün/Lengenfeld.

Der Erntekronen- und Erntekranzwettbewerb, den seit vielen Jahren die "Freie Presse" präsentiert, ist der Höhepunkt des Jahres, auf den die Irfersgrüner Landfrauen spätestens ab Mitte Juni konsequent zusteuern. Sollen im September kunstvoll gebundene Kronen und Kränze den Ausstellungsraum schmücken, ist jetzt die richtige Zeit für die Vorbereitung. Nach und nach reifen die verschiedenen Getreidesorten auf den Felder. Die Wintergerste macht in der zweiten Junihälfte immer den Anfang. Um farbliche Nuancen mit den verschiedenen Getreidesorten zu erzielen, schneiden die Frauen manche Halme im grünen und andere im reifen, gelben Zustand.

Kürzlich trafen sich einige der Damen zum Schneiden von grünem Weizen auf einem Feld nahe Lengenfeld. Mehrere 1000 kleine Bund werden es am Ende sein, die aufgefädelt zum Trocknen auf Stangen hängen. Alle typischen Getreidearten der Region, so unter anderem Roggen, Gerste und Dinkel, finden Verwendung. "Den grünen Weizen nehmen wir gern, wenn wir mit Kindern basteln", so Cornelia Hackel, die stellvertretende Vorsitzende des Vereins. Auch Pflanzen aus ihren eigenen Gärten verwenden die Landfrauen fürs Binden. Sabine Junghänel baut seit Jahren Flachs an. Blumen aus den Gärten, die sich zum Trocknen eignen, bereichern die späteren kleinen Kunstwerke.


Einen konkreten Gestaltungsplan haben die Landfrauen noch nicht, aber Ideen. "Ich habe mir schon ein paar Gedanken gemacht, aber wie wir letztendlich unsere zwei Kronen und drei Kränze gestalten, ist eine gemeinschaftliche Entscheidung", so die Vorsitzende Ines Teubert. Während die Landfrauen recht spontan ans Binden gehen und so manche Gestaltungsidee aus der Arbeit heraus entsteht, hat da jeder Wettbewerbsteilnehmer seine eigene Vorgehensweise. "Ich kenne auch Binderinnen, die machen vorher eine ganz genau Zeichnung", berichtet Cornelia Hackel.

In Hitzeperioden ist Eile geboten. "Alles wird mit einem Mal reif. Wir müssen uns beeilen", sagt Cornelia Hackel. Zwischen Juni und September überschlagen sich die Ereignisse. "Wir waren auf der Kleinen Gartenschau in Reichenbach jeden Tag mit zwei Frauen zum Schaubinden vertreten", berichtet die zweite Vorsitzende. Außerdem organisieren die Landfrauen den Dorftreff und helfen den Kleintierzüchtern beim Sommerfest.

Auch zur Landesgartenschau in Frankenberg sind die Landfrauen als beliebte Programmgestalter gefragt, berichtet Ines Teubert. Ohne Smartphone und soziale Netzwerke wäre die Kommunikation fast unmöglich. "Unser ältestes Mitglied ist über 80 Jahre alt. Auch sie benutzt die Vernetzung in der Gruppe genau so, wie wir Jüngeren", berichtet die Vorsitzende. In wenigen Wochen, wenn das Bindematerial getrocknet ist, beginnt dann die Verarbeitung.

Wenn auch im Moment alle Aufmerksamkeit auf den aktuellen Terminen ruht, blicken die Landfrauen schon Richtung 2020. "Das Landeserntedankfest findet nächstes Jahr in Oelsnitz statt. Das heißt, wir Irfersgrüner Landfrauen organisieren den Landeswettbewerb und unseren eigenen vogtländischen natürlich trotzdem auch", sagt Cornelia Hackel. Für die Landfrau bedeutet das: "Ich telefoniere jetzt schon rum und frage, wer zusätzlich noch mit helfen kann. Wir sind zwar ein harter Kern von 25 Frauen bei 36 Mitgliedern. Aber ich schätze, bei zwei Veranstaltungen hintereinander brauchen wir mehr Helfer, als üblich."

Mitmachen beim Wettbewerb kann jeder, der Interesse hat. Auch über Männer freuen sich die Landfrauen. Bis zum 1. August sind Anmeldungen möglich. Wer noch unerfahren ist im Binden oder Hilfe braucht, ist ebenfalls bei den Landfrauen richtig.

Kontakt: Bei Ines Teubert (Telefon 0174 7674446) und bei Cornelia Hackel (Telefon 0160 96054634) können die Bindetermine der Landfrauen erfragt werden.

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