Landratsamt will auf Elektro-Autos umstellen

Der Vogtlandkreis wirbt derzeit für Elektromobilität und möchte selbst mit gutem Beispiel vorangehen. Dazu gibt es bereits konkrete Pläne.

Plauen.

Nur 39 Elektroautos gibt es derzeit im Vogtlandkreis, neun davon in Plauen. Gemessen an den fast 135.000 zugelassenen Autos im Landkreis sind das nicht gerade viele. Angesichts solcher Zahlen ist der Energiebeauftragte des Vogtlandkreises, Uwe Hergert, eher skeptisch, was die Pläne der Bundesregierung angeht, bis 2020 eine Million E-Autos auf die Straßen zu bringen. Von der Technologie an sich zeigte er sich am gestrigen "Tag der Erneuerbaren Energien" jedoch überzeugt.

Seit 2012 befasst sich seine Behörde mit der Thematik, testete 2014 zwei Jahre lang den Einsatz eines E-Autos. In den kommenden Jahren will der Vogtlandkreis seinen Fuhrpark nun sukzessive auf die neuen Elektroflitzer umrüsten, wie Hergert gestern bei einer Veranstaltung rund um das Thema Elektromobilität erklärte.

"Das machen wir natürlich nicht, weil wir Elektroautos besonders schick finden. Es muss auch wirtschaftlich sein." Besonders überzeugt ihn, dass die Betriebskosten für E-Autos weit unter denen für Benziner liegen. "Einige unserer Fahrzeuge sind fast 15 Jahre alt. Gerade hier lohnt sich ein Austausch", so Hergert. Die Reichweite der Fahrzeuge sei groß genug, um im Landkreis überall hinzukommen.

Die Reichweite ist aber nur einer der Gründe, warum Elektroautos in Deutschland bislang eher wenige Käufer finden. Hinzu kommt neben dem hohen Preis für die Fahrzeuge vor allem der Mangel an Ladestationen. Dabei könnten die Vogtländer ihre Elektroautos bereits jetzt an 25 Ladestationen im Landkreis aufladen. Hergert zufolge sind die meisten Stationen jedoch bislang kaum bekannt. Um das zu ändern, hat der Landkreis pünktlich zum "Tag der Erneuerbaren Energien" die Broschüre "Elektromobilität im Vogtlandkreis" neu aufgelegt, in der nun insgesamt 92 Ladestellen in Südwestsachsen vorgestellt werden.

Die Anschaffung von Elektrofahrzeugen empfiehlt Hergert vor allem jenen Unternehmen, die häufig kurze Strecken zurücklegen müssen, wie beispielsweise Pflege- oder Lieferdienste.

Das Thema Elektromobilität soll auch im neuen Energiekonzept des Landkreises, das derzeit entwickelt wird, eine wichtige Rolle spielen, wie Landrat Rolf Keil (CDU) erklärte. Besonderes Augenmerk müsse auf den Ausbau der dafür nötigen Infrastruktur gerichtet werden. Denn immerhin könnten sich 63 Prozent der Deutschen grundsätzlich vorstellen, einen Elektrowagen anzuschaffen - wenn die Bedingungen dafür günstiger wären. Auch im öffentlichen Nahverkehr kann sich Keil den Einsatz von Elektrobussen in Zukunft gut vorstellen.

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