Lengenfeld trägt höhere Kosten für Kita-Betrieb

Kommune erhöht Beiträge für Eltern nicht - Thema wird kontrovers diskutiert

Lengenfeld.

Obwohl die Betriebskosten für die Kinderbetreuungseinrichtungen der Stadt Lengenfeld im vergangenen Jahr gestiegen sind, verzichtet die Kommune 2020 auf eine Anhebung der Elternbeiträge und trägt die höheren Kosten zum Teil selbst. Das haben die Stadträte noch im alten Jahr beschlossen.

"Wir wollen den Familien entgegenkommen", kommentierte Kämmerin Annemarie Reimert dieses Vorgehen. Der Linken-Abgeordneten Helga Meyer war das aber zu wenig. Sie vertrat die Linie ihrer Partei und sprach sich gar für eine Abschaffung von Elternbeiträgen aus. Das Recht auf einen Kita-Platz dürfe nicht an den finanziellen Mitteln der Eltern scheitern. In Deutschland gebe es bereits Regionen ohne Elternzuschüsse. Berlin beispielsweise habe die Elternbeiträge abgeschafft, sagte Helga Meyer.

Diesem Einwand hielt Bürgermeister Volker Bachmann (Pro Lengenfeld) entgegen, dass es sich hierbei um Städte mit einer anderen wirtschaftlichen Struktur handele. Stadtrat Wolfgang Schmutzler (CDU) fügte an, dass auch im Vogtlandkreis Eltern mit geringem Einkommen einen Antrag auf ermäßigte oder auf kostenfreie Nutzung der Einrichtungen stellen können. Matthias Böttger (BIL) sagte: "Ich bezahle die Elternbeiträge gern. Die Höhe der Beiträge sichert auch die Qualität der Betreuung." Allerdings kam in der Diskussion zum wiederholten Mal zur Sprache, dass die Rahmenvereinbarungen mit den freien Trägern neu verhandelt werden müssten. Für diese aufwendige Arbeit sei durch einen Personalwechsel in der Kämmerei - Alida Göpfert ist im Mutterschutz und ihre Vertretung Annemarie Reimert erst seit wenigen Wochen im Amt - bisher keine Zeit gewesen.

Für die Eltern bleibt also alles beim Alten. Ein Krippenplatz kostet für eine Familie, bestehend aus Mutter, Vater und Kind, 199 Euro. Rechnerisch wäre eine Erhöhung von 199 auf 220 Euro notwendig gewesen. Der Kindergartenplatz kostet weiterhin 132 Euro. Hier hätte sich eine rechnerische Erhöhung auf 134 Euro ergeben. Bis auf weiteres trägt die Kommune die Differenzbeträge.

0Kommentare

Die Diskussion wurde geschlossen.



    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus. An alle Adblocker

    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus.
    Mehr erfahren Sie hier...