Lengenfelder feiern ihr neues Feuerwehrmuseum

Mit dem Umbau des alten Depots zum neuen Ausstellungsgebäude fügt sich zusammen, was zusammengehört. In letzter Sekunde rollte mit Blaulicht noch eine Überraschung an.

Lengenfeld.

Knieen sich junge Männer in die Museumsarbeit rein, dann kann dabei herauskommen, was am Samstag die Lengenfelder und ihre Gäste aus der Region feierten: ein schickes, neues Museum in einem alten Haus. Das ist jedoch längst nicht alles. Das Vogtländische Feuerwehrmuseum Lengenfeld ist jetzt in zwei Gebäuden untergebracht, dem historischen, sanierten Altbau von 1932 und dem gegenüberliegenden Flachbau, der ans städtische Museum grenzt - fertig ist die Museumsinsel.

Die Eröffnung am Samstag war eine Aneinanderreihung von Paukenschlägen, um die der Vorsitzende des Fördervereins Feuerwehrmuseum, Sebastian Kirsch, zuvor ein großes Geheimnis gemacht hatte. Dann rollte das letzte Ausstellungsstück mit Blaulicht auf dem Dach, Martinshorn und einer glitzernden Girlande um den Bauch an: ein Schlauchkraftwagen, Baujahr 1966, der als letztes Objekt im Beisein der Gäste seinen Platz einnahm. "Der Schlauchkraftwagen hat uns als einziges Fahrzeug dieses Löschzuges noch gefehlt", zeigte sich Kirsch glücklich, genau an diesem Tag den Lückenschluss vollziehen zu können. Die Sonneberger Feuerwehr war so nett, den Lengenfeldern den Oldtimer zu überlassen.


Was fehlte, war noch eine Würdigung der Männer, denen die Lengenfelder das schmucke, historische Gebäude und die Museumsgründung zu verdanken haben. Ein ganzes Stück zurück in die Lengenfelder Feuerwehrgeschichte musste der Verein dabei gehen. Albert Ammon setzte sich vor etwa 90 Jahren für den Neubau ein, der heute ein sanierter Altbau ist. Der Bau beherbergt das Museum und trägt nun die Bezeichnung Albert-Ammon-Haus. Ein zweiter Mann, Karl Singer, geht in die Ortschronik als der Gründer des Feuerwehrmuseums ein. Der zweite Gebäudeteil heißt jetzt "Karl-Singer-Halle".

Sohn und Maler Jochen Singer, auch unter seinem Künstlernamen Josi Plauen bekannt, der heute an der schweizerisch-deutschen Grenze lebt und die 600 Kilometer vom Bodensee bis nach Lengenfeld gekommen war, zeigte sich gerührt. Als Junge hatte er die Leidenschaft seines Vaters für die Feuerwehr miterlebt. Er, und alle, die Karl Singer kannten, wussten, wie viel Herzblut der Senior selbst als über 80-Jähriger noch in den Aufbau des Museums gesteckt hatte.

Bevor der große Moment, die Freigabe der Räume für die Besucher, gekommen war, hatten die etwa ein Dutzend Gäste aus befreundeten Wehren und Feuerwehrvereinen Gelegenheit, Geschenke und Geldspenden zu übergeben. Besonders Letzteres kann der Verein gut gebrauchen, denn nach der Arbeit ist vor der Arbeit. Als nächstes möchten die Vereinsmitglieder das Außengelände gestalten.

Die fleißigen Vereinsmitglieder bekamen zur Eröffnung jede Menge Lob. "Das ist wirklich sehr schön geworden", war einer der am häufigsten gehörten Sätze beim Rundgang. Lengenfelds Bürgermeister Volker Bachmann (Pro Lengenfeld), der nicht nur einen Blick für die von den Stadträten in Auftrag gegebene Sanierung hatte, hatte gesehen, dass in den vergangenen Monaten oft bis in den Nacht hinein fieberhaft auf die Eröffnung hingearbeitet wurde: "Das ist ein unbezahlbares Engagement. Das Herz und die Seele des Gründers sind hier zu spüren."

Bewertung des Artikels: Ø 5 Sterne bei 1 Bewertung
0Kommentare
Um zu kommentieren, müssen Sie angemeldet und Inhaber eines Abonnements sein.



    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus. An alle Adblocker

    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus.
    Mehr erfahren Sie hier...