Lengenfelder Stadtmuseum zeigt Fensterschau

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Fotos und Ansichtskarten ermöglichen in Lengenfeld einen Gang durch die Jahrzehnte. Ein Geheimcode bleibt rätselhaft.

Lengenfeld.

Michael Heuck, Leiter des Lengenfelder Stadtmuseums, gestaltete mit historischen Fotos und anderen Exponaten eine Ausstellung in sieben Fenstern des Hauses. Zusätzlich steht im Eingangsbereich noch eine Tafel mit historischen Straßenschildern. Er dachte sich: "Irgendetwas geht immer." Mit dieser "Fensterausstellung" möchte er die Zeit überbrücken, in der keine Besucher ins Museum dürfen.

Heuck: "Ich habe aus verschiedenen Epochen und zu unterschiedlichen Themen sowohl Postkarten, Fotografien und auch andere Dokumente ausgewählt. Wenn ich schon das Museum nicht öffnen kann, dann können doch die Lengenfelder, wenn sie einen Spaziergang durch die Stadt unternehmen, hier einen kleinen Zwischenstopp einlegen."

Eine der Tafeln vereint etwa 100 Jahre alte historische Postkarten, darunter auch eine Feldpostkarte. Heuck: "Die Postkarten stammen aus den Jahren 1900 bis 1917." Auf der Rückseite einer solchen Postkarte entdeckte der Museumschef eine Art Geheimschrift: "Man kann nur die Anrede und den ersten Satz lesen, dann folgen Zahlen und Buchstabenkombinationen." Die Botschaften auf dieser Postkarte erschließe sich dem Leser nicht.

Auf einer anderen Tafel hat Heuck Fotos ausgestellt, die Zerstörungen in der Stadt am Ende des Zweiten Weltkrieges zeigen. Postkarten aus DDR-Zeiten sind dabei, auch Fotos mit Lengenfelder Ansichten, die Bereiche der Stadt vor der Sanierung zwischen 1989 und etwa 2015 zeigen, darunter die Poststraße, das alte Gaswerk, das Stadion und der Marktplatz. Vom Hochwasser 1954 gibt es auch Fotografien.

Eine Zeitung von 1923 erinnert an die damals beginnende Inflation. "In einem der Zeitungsbeiträge ermahnt der Papst die europäischen Regierungen, etwas gegen den Niedergang der Wirtschaft zu unternehmen", so Heuck. Die Tafel mit den historischen Straßenschildern erinnert an Straßennamen, die der Vergangenheit angehören.

"Alle Dokumente und Fotos habe ich kopiert, damit die Originale durch den Lichteinfall keinen Schaden nehmen", so Heuck. Er möchte diese Ausstellung zeigen, bis das Museum wieder für Besucher öffnen kann: "Ich hoffe, das dauert nicht so lange, dass die Ausstellungsstücke so verblichen sind, dass ich sie noch einmal auswechseln muss."

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