Lichtblick nach Vandalismus: "Plötzlich war alles repariert"

Spaziergänger haben den Zustand des Aussichtspunktes am Reinsdorfer Weg moniert. Jetzt sagen sie Danke: Netzschkau hat sich der Sache angenommen - obwohl die Stadt das gar nicht müsste.

Netzschkau.

Herrliche Aussicht auf die Göltzschtalbrücke, bei Affenhitze immer ein kühles Lüftchen auf der Höhe und viel Ruhe, so weit weg vom Schuss: Der Aussichtspunkt am Reinsdorfer Weg in Netzschkau ist Teil des Vogtland-Panorama-Wegs und nicht nur als solcher beliebter Rastplatz bei Wanderern und Spaziergängern. Einziger Wermutstropfen ist der Zustand des Rastplatzes: Immer wieder liegt Müll herum, zuletzt war die Bank ramponiert. "Als ich dann feststellte, dass alle Planken der Bank fehlten, hat es mir gereicht", erzählt Jens Weiß aus Reichenbach, der mit seiner in einem Netzschkauer Pflegeheim wohnenden Mutter bei Spaziergängen oft Halt am Reinsdorfer Weg macht.

Der Naturfreund schrieb eine Mail an den Netzschkauer Bauhof in der Hoffnung, die Kommune sei für Pflege und Erhalt des Aussichtspunktes zuständig. "Eine Antwort kann prompt mit der Information, dass der Bauhof nicht Erbauer dieses Aussichtspunktes ist, man sich aber darum kümmern werde", erzählt Jens Weiß. Na mal sehen, was passiert, dachte sich der Reichenbacher. Seine Hoffnungen waren nicht allzu groß. War doch einer bereits Anfang Juni an den Tourismusverband Vogtland geschickten Mail in der Sache kein Erfolg beschieden gewesen. "Ich hatte nicht mal eine Antwort bekommen."

Doch die Stadt Netzschkau machte Nägel mit Köpfen. "Plötzlich war alles repariert." Quasi über Nacht war die Bank repariert und der ursprünglich am davorstehenden Tisch angebrachte Papierkorb an einer eigens errichteten Halterung installiert. "Dafür bedanken sich sicher nicht nur wir herzlich beim Bauhof", sagt Jens Weiß. Und was sagt die Stadt dazu? Bürgermeister Mike Purfürst (Gewerbeverein): "Wir sind in der Tat nicht dafür verantwortlich. Aber wenn wir nicht auch in solchen Dingen Verantwortung übernehmen, wer soll's denn dann machen?" Und so kümmert sich die Stadt nicht nur um den Erhalt des Punktes, sondern hat den Standort auch in den Tourenplan der Müllbeseitigung aufgenommen.

So weit, so gut. Doch wer hat die Sitzgruppe errichtet? Da kann der Bürgermeister nur mutmaßen. Und auch der Tourismusverband hat keine Kenntnis. Allerdings dankt der Verband Jens Weiß und der Stadt für den Einsatz in der Sache. Jens Weiß: "Mal sehen, wie lange der jetzige Zustand des Punktes anhält."

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