Limbach erhält einen XXL-Hühnerstall

Limbach.

Dass sich etwas auf dem Gelände der alten Ziegelei in Limbach tut, haben im Ort viele mitbekommen. Aber was konkret geschieht - darüber wurde gerätselt, spekuliert und Gerüchte ausgetauscht. Konkretes wussten nur wenige. Jetzt steht fest: Auf dem Gelände entsteht ein Hühnerstall für 10.000 Legehennen. Bauherr ist die Firma Engelwieser Hühnerhof mit Sitz in Engelwies im südlichen Bayern und einem zweiten Betrieb in Neumark am Schönbacher Weg.

Laut Auskunft des Betriebsleiters des Neumarker Hofs, Raoul Dullenkopf, ist geplant, nach Fertigstellung legereife Junghennen im Alter von 19 Wochen einzustallen und diesen dann nach einer kurzen Eingewöhnungszeit täglichen Auslauf im Freien zu ermöglichen. Das Gelände werde eingezäunt. Bäume und Sträucher will Dullenkopf noch pflanzen lassen.

Bürgermeister Bernd Damisch (FDP) freut sich über den neuen Gewerbebetrieb in seinem Ort: "Nicht nur ich, auch der alte Gemeinderat war froh, dass das Gelände einen Herren gefunden hat." Eine Verbesserung sei dies allemal. Der Gemeindechef erinnert an die halb verfallenen Überreste der Ziegelei, an Müllablagerungen, an Tonnen von Altreifen, die dort lagen. "Nachdem der Nachwendenutzer verstorben war, ging das Gelände in Landesvermögen über", berichtet Damisch. Der Vogtlandkreis musste die Altreifen entsorgen. "Der Investor hat unter anderem die Auflage erhalten, das Altgelände mit einer 30 Zentimeter dicken Schicht Erdreich abzudecken", so der Rathauschef. "Soweit wir das einschätzen können, erfüllt er die Auflage."

Einige Bürger hatten die Ansiedlung im Vorfeld freilich kritischer gesehen. Sie sahen einen Zusammenhang zwischen eventuellen Ausbrüchen der Vogelgrippe und einer großen Legehennenhaltung, erinnert sich der Bürgermeister. "Ich gehe aber davon aus, dass von der Legehennenhaltung diesbezüglich keine Gefahr ausgeht", so Damisch.

Auch im Tierheim hat man keine Probleme mit dem neuen Nachbarn. "Uns berührt dieser Stallbau überhaupt nicht", sagt die Vorsitzende des Tierschutzvereins Reichenbach, Silvia Heimer. "Es gibt ein gutes nachbarschaftliches Verhältnis." Bei der Hundesportgruppe Limbach sieht man das nicht ganz so gelassen. Deren Areal hat der Landwirtschaftsbetrieb mit gekauft und dem Verein den Pachtvertrag gekündigt. Im Januar müssen die Hundesportler das Feld räumen. "Wir bedauern sehr, dass wir hier weg müssen", sagt der Vorsitzende Helmut Schrödter. "Aber wir hatten genügend Zeit, uns eine andere Fläche zu suchen."

Laut Auskunft des Landratsamts erhielt die Firma Engelwieser Mitte 2018 eine Baugenehmigung. Inzwischen entstand ein Stall mit einer Größe von 1494 Quadratmetern. Nochmals 40.000 Quadratmeter stehen als Freifläche zur Verfügung. Geplant ist die Freilandhaltung der Legehennen. Es handele sich bei der Anlage um privilegiertes Bauen im Außenbereich. "Die Lage im Außenbereich ist für die Anlagen der Tierhaltung aus immissionsschutzrechtlicher Sicht bevorzugt zu nutzen", teilt die Pressestelle der Behörde auf Anfrage mit.

Da es sich um ein vereinfachtes Verfahren handele, sehe der Gesetzgeber in diesem Fall keine Beteiligung der Öffentlichkeit vor, heißt es im Schreiben. Auch der Bauherr habe keinen Antrag gestellt, das Verfahren öffentlich bekannt zu machen. "Lediglich die angrenzenden Nachbareigentümer wurden über das Vorhaben informiert", so die Pressestelle. Immissionsschutzrechtliche Bedenken gebe es aus behördlicher Sicht keine, da die nächste Wohnbebauung von Limbach zirka 800 Meter entfernt ist.

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