Marietta Jeschke öffnet die Türen ihres Ateliers

Die Reichenbacher Malerin zeigte Besuchern neue und ältere Kunstwerke. Das ist nicht alltäglich.

Reichenbach.

Dass eine Reichenbacher Künstlerin ihre Galerie für neugierige Besucher öffnet, ist etwas Besonderes. So viele freischaffende Künstler hat gegenwärtig die Neuberinstadt nicht mehr zu bieten. Das dachte sich Marietta Jeschke, die am Samstag in ihr Atelier an der Fritz-Schneider-Straße eingeladen hatte.

Freunde, Bekannte, Mitglieder des Lions-Clubs und des Fördervereins Kunsthalle, Pädagogen, Musiker und viele aufgeschlossene Leute kamen daraufhin zusammen, um sich die Arbeitsräume und vor allem deren Erweiterung anzuschauen. Die Gastgeberin war bezaubert von der vielen Hilfe, die ihr zuteil wurde, zum Beispiel beim Vorbereiten eines kleinen Büfetts oder beim Verteilen der Getränke. Wie selbstverständlich packten viele mit an und gestalteten den Abend zu einem Erlebnis, wie es Reichenbach als Geburtsstadt der Theaterreformatorin Caroline Neuber und des Malers Wolfgang Mattheuer gut zu Gesicht steht. Frank Lorenz las Gedichte und Kurzgeschichten mit philosophischem Gehalt, die viel Diskussionsstoff boten. Die Musikgruppe Zami, zu der auch der Reichenbacher Michael Perthel gehört, lieferte die musikalische Umrahmung.

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Marietta Jeschke arbeitet zurzeit verstärkt an Metallskulpturen oder zeichnet, empfängt jedoch auch Schüler zu Projekten im Kunstunterricht. Die Verbindung zur Jugend ist ihr sehr wichtig. Sie zeigte den ab dem späten Nachmittag eintreffenden Gästen das Reich, in dem ihre Werke entstehen. Sie nahm sich Zeit, um mit jedem Gast ins Gespräch zu kommen und Fragen zu beantworten. Die Künstlerin dazu: "Genau so hatte ich mir das vorgestellt, bei einem Glas Wein über Kunst zu sprechen oder die Räume einfach wirken zu lassen. Ich wollte dieser Art von Begegnung einen Rahmen geben."

Die Reichenbacherin gestattete einen Blick in Kataloge und Dokumentationen, zum Beispiel ihrer Werke, die in den Bestand von Galerien in Chemnitz, Zwickau oder Leipzig aufgenommen und mit Werken von bedeutenden Künstlern der Gegenwart vereint wurden.

Michael Kirsten sagte: "Ich kenne Marietta schon lange und schätze ihre Kunst. So etwas muss gefördert werden. Sie ist eine sehr fleißige Künstlerin und gut vernetzt. Wenn sie einlädt, bin ich da." Frank Lorenz erklärte: "Mariette Jeschke ist die bedeutendste noch lebende Künstlerin aus Reichenbach. Wenn man weiß, welche Leidenschaft sie entwickeln kann und wie schnell der Funke überspringt, dann muss man einfach heute hier sein."

Viele Gäste wünschten sich, dass das alte Haus seinen Charme noch lange behalten möge, mit der Einfahrt für Kutschen, den hohen Räumen mit Holzfenstern und alten Jalousien, den großen Holztüren und vielen Schmuckelementen sowie dem überaus vielfältigen Oeuvre der Künstlerin. Zu viel an architektonischen Zeugnissen sei in Reichenbach schon verschwunden oder der uniformen Sanierung gewichen.

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