Mega-Sommer: Mehr Badegäste, mehr Wasserverbrauch

Wer jetzt nicht am Meer urlaubt, sucht im Freibad Abkühlung. Die Bäder der Region freut's. Auch wenn jetzt viel mehr Wasser verdunstet und Quellen nicht mehr üppig sprudeln.

Reichenbach.

Die anhaltend trockene Witterung und teilweise hohe Temperaturen bescheren den Freibädern der Region gute bis sehr gute Besucherzahlen. Reichenbach, Lengenfeld und Neumark bilanzieren zur Saisonhalbzeit deutlich mehr Zulauf im Vergleich zum Vorjahr, Netzschkau und Mylau sprechen von in etwa vergleichbaren Werten.

Im Freibad Reichenbach suchten seit dem Saisonstart am 12. Mai etwa 25.000 Badegäste Abkühlung, das sind rund 2000 Besucher mehr als beim Zwischenfazit im Vorjahr. "Bis jetzt ist das eine sehr gute Badesaison", sagt Schwimmmeister Bernd Claus. Im Schnitt besuchen in den Sommerferien täglich zwischen 600 und 800 Badegäste das Bad. Am Wochenende können es auch mal mehr als 1000 Besucher sein. Die Wasserqualität in den Becken leidet dank moderner Wasseraufbereitung unter dem enormen Zuspruch nicht. Allerdings sorgt die knallende Sonne für höheren Wasserverbrauch. Bei den aktuellen Temperaturen verdunsten täglich 150 Kubikmeter. Eine Menge, die 150.000 Ein-Liter-Flaschen entspricht. Nachgefüllt wird aus der Quelle St. Georgstollen.

Im Lengenfelder Bad muss das verdunstete Nass aus der Trinkwasserleitung ersetzt werden. Zugleich nimmt auch die Menge an Chlor zu, die zugesetzt werden muss, informiert Melanie Fechner. Die Schwimmmeisterin bilanziert seit Pfingsten mehr als 6000 Besucher, etwa 2000 mehr als im Vorjahr. Neben dem Bombenwetter ist wohl auch die gewachsene Kapazität von Parkmöglichkeiten am Bad Grund für diesen Zuwachs: Seit diesem Jahr gibt es einen neuen Parkplatz hinter dem Kunstrasenplatz. Ein Umstand, der sich wohl auch in Nachbarkommunen herumgesprochen hat. Zum Beispiel in Treuen, dort ist das Bad derzeit eine Baustelle.

Über mangelnden Zuspruch kann sich auch der Betreiberverein Badoase agil in Neumark nicht beklagen, wie Steffen Dietzel vom Verein informiert. 3400 Gäste waren seit Saisonstart im Bad, das sind knapp 700 mehr als im Vergleichszeitraum des Vorjahres. "Damit sind wir im Hinblick auf die nächste Saison fast schon auf der Zielgeraden", sagt Steffen Dietzel. Soll heißen: Die im Vorjahr erreichte Anzahl von etwa 5000 Besuchern ist in Sicht - und damit auch das notwendige Budget für die Saison 2019. "Dazu brauchen wir aber natürlich noch mehr Einnahmen, etwa die vom Badfest, das am 18. August stattfindet. Kinder haben dann freien Eintritt."

Eine tolle Veranstaltung gibt's bereits am Samstag im Freibad Mylau - dann ist Nachtschwimmen für Kinder und Eltern angesagt. Das und die aktuell sehr gute Auslastung sollten das Besucherminus im Monat Juni ausgleichen, sagt Kassenwartin Monika Neidel vom Betreiberverein. Im Vormonat wurden im Schmuckkästchen an der Göltzsch 1800 Gäste weniger gezählt als im Juli 2017. "Wir hatten da zwei Wochen durchwachsenes Wetter, das macht sich sofort bemerkbar." Allerdings reißt das der Juli fast schon wieder raus. Bis gestern kamen 1300 Gäste mehr als im gesamten Juli 2018. Und: Aufgrund der trockenen Witterung könnte es bald zu einem Novum kommen: Da die nahe, das Bad speisende Quelle nur noch wenig Wasser abgibt, könnte beim derzeitigen Verdunstungsgrad bald mit Trinkwasser nachgefüllt werden.

Eine Geld kostende Alternative, die auch im Netzschkauer Bad denkbar ist. "Der Limbach führt deutlich weniger Wasser. Was nicht nur wir brauchen, ist Regen", sagt Schwimmmeister Günter Claus. "Und zwar nachts, am Tag kann es gerne so weitergehen wie bisher." Zur Halbzeit bilanziert der Schwimmmeister eine gute Saison. "Vergleichbar mit dem Vorjahr. Bis jetzt hatten ein bisschen die extremen Temperaturen als Garant für hohe Besucherzahlen gefehlt. Aber die haben wir ja jetzt." Und ein Ende ist vorerst nicht in Sicht.

Bewertung des Artikels: Ø 5 Sterne bei 1 Bewertung
0Kommentare
Um zu kommentieren, müssen Sie angemeldet und Inhaber eines Abonnements sein.



    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus. An alle Adblocker

    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus.
    Mehr erfahren Sie hier...