Messerattacke: Das Urteil bleibt bestehen

Angeklagter hat seinen Antrag auf Berufung zurückgezogen

Zwickau/Auerbach.

Das Urteil des Amtsgerichts Auerbach hat Bestand: Vor der Kleinen Strafkammer des Landgerichts Zwickau hat am Dienstag ein 54 Jahre alter Verurteilter seinen Antrag auf Berufung zurückgenommen. Der Deutsch-Syrer war am 6. Juni 2017 gemeinsam mit seinem Sohn in Auerbach über einen Afghanen hergefallen, der eine Liebesbeziehung zu seiner Tochter unterhielt. Die Männer hatten in einer Wohnung in der Breitscheidstraße auf den 26-Jährigen eingestochen. Der Afghane wurde schwer verletzt, erlitt aber keine bleibenden Schäden. Die Tat hatte durch den Polizei- und Hubschrauber-Einsatz im Stadtzentrum für Aufsehen gesorgt.

Die juristische Aufarbeitung zog sich hin, der 54-jährige Tatbeteiligte war im April 2019 in Auerbach der gefährlichen Körperverletzung schuldig gesprochen und zu einer Haftstrafe von einem Jahr und zehn Monaten auf Bewährung verurteilt worden. Zu seinen Bewährungsauflagen gehört eine Entschädigung in Höhe von 1500 Euro für das Opfer.

Gleich zu Beginn der Berufungsverhandlung machte Richter Rupert Geußer dem Mann und seinem Anwalt deutlich, dass er wenig Chancen für ein milderes Urteils sehe: Das Auerbacher Urteil sei schon im unteren Bereich des Strafmaßes angesiedelt, das bis zu zehn Jahren Haft ermöglicht. Und das Amtsgericht habe vieles zugunsten des Angeklagten gewertet. Beispielsweise dass der Deutsch-Syrer bis dahin nicht vorbestraft war und stets gearbeitet habe.

Inzwischen lebt der Mann mit Familie in Mannheim, ist krank und arbeitslos. Sollte er auf eine Minderung der Bewährungsauflage zielen, müsse er das mit seinem Bewährungshelfer und dem Amtsgericht klären. "Aber ein bisschen Wiedergutmachung wäre schon toll", gab Richter Geußer ihm auf den Weg. Der Sohn wurde im November zur Haftstrafe von drei Jahren verurteilt. Auch er hat Berufung eingelegt.

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