Messerstecher steht vor dem Landgericht

Urteil im Prozess um Bluttat soll heute fallen

Falkenstein/Zwickau.

Laut Anklage hat ein 26-jähriger Mann aus Eritrea einen Landsmann in Falkenstein mit elf Messerstichen so schwer verletzt, dass dieser nur knapp überlebte. Seit vergangener Woche muss sich der mutmaßliche Täter vor dem Landgericht Zwickau verantworten, ein Urteil wird heute erwartet.

Die Bluttat hat sich nach Angaben von Gerichtssprecher Altfrid Luthe am 6. Juni in einer Falkensteiner Wohnung ereignet, in der die beiden jungen Männer gemeinsam lebten. Das Opfer lag demnach im Bett, als es zu der Attacke kam. Der Angeklagte habe die Tat inzwischen eingeräumt und zu seinem Motiv erklärt, er habe geglaubt, dass der andere Mann ihm nach dem Leben trachtete.

Angeklagt ist das Verbrechen nicht etwa als versuchter Totschlag, sondern als gefährliche Körperverletzung. Dies bedeutet nach Angaben von Altfrid Luthe jedoch nicht, dass das Urteil auch wegen gefährlicher Körperverletzung ergehen muss: Das Gericht könne durchaus über die Anklage hinausgehen und wegen eines (versuchten) Tötungsdeliktes verurteilen.

Für eine gefährliche Körperverletzung liegt der Strafrahmen zwischen sechs Monaten und zehn Jahren Haft. Die Höchststrafe für versuchten Totschlag beträgt elf Jahre und drei Monate, bei einem versuchten Mord ist eine lebenslange Freiheitsstrafe möglich. Für eine Einstufung als Mord sind sogenannte Mordmerkmale wie Heimtücke, Grausamkeit oder niedrige Beweggründe entscheidend. (bap)

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