Mini-Umlage belastet Tierschutzverein

Der Tierschutzverein Reichenbach und Umgebung ist komplett ehrenamtlich tätig. Für eine hauptamtliche Stelle und beheizte Zwinger im Außengelände reicht das Geld nicht.

Reichenbach/Limbach.

14 Hunde und rund 30 Katzen sind aktuell im Tierheim Limbach untergebracht und suchen neue Herrchen und Frauchen. Das Heim existiert seit 2001. Es gehört zum Tierschutzverein Reichenbach und Umgebung, der 90 Mitglieder zählt. Rund 20 davon sind aktiv. "Auch wenn manche nur eine Schicht pro Woche absichern können", wie Vereinsvorsitzende Frauke Waldenburger sagt.

Die Arbeit im Tierheim wird komplett ehrenamtlich abgesichert. Ein-Euro-Jobber bekomme man nicht vom Jobcenter. Und was Bundesfreiwilligendienst und das Freiwillige Ökologische Jahr angeht, seien die Verfahren sehr kompliziert. Als am Donnerstag Landtagsabgeordnete Susanne Schaper, Sprecherin der Linksfraktion für Gesundheits- und Sozialpolitik sowie für Tierschutz, auf ihrer Sommertour das Tierheim besuchte, gab Frauke Waldenburger ihr als Wunsch auf den Weg: "Helfen Sie, damit das unbürokratischer wird!"

Schaper zeigte sich beeindruckt davon, wie der Verein die ganze Arbeit ohne hauptamtliche Stelle koordiniert und stemmt. Adelheid Friedrich schreibt die Dienstpläne und sichert die tägliche Öffnung ab. Besonders gefielen der Landtagsabgeordneten das liebevoll eingerichtete Katzenzimmer sowie die Möglichkeit zum Freilauf für die Hunde. "Mindestens zweimal am Tag kommen sie aus dem Zwinger heraus. Regelmäßig gehen Helfer zudem mit den Hunden Gassi. Samstags dürfen die Tierheimhunde auch auf den benachbarten Platz der Hundegruppe Limbach", erläutert die Vereinschefin.

Da sie seit vier Jahren im Sommer die Tierheime in ganz Sachsen besucht, hat Susanne Schaper einen guten Vergleich. Deshalb sah die 40-jährige Chemnitzerin, die selbst vier Hunde hat, auch schnell, wo die Säge in Limbach klemmt: "Die Hundezwinger im Außengelände sind unbeheizt. Gerade für Kurzhaar-Hunde müsste investiert werden." Und Tierheime dieser Größe haben meist ein bis zwei hauptamtliche Mitarbeiter. Beides ist in Limbach bislang nicht zu stemmen.

Das liegt auch daran, dass die von den Kommunen Reichenbach, Netzschkau, Lengenfeld und Pöhl für die Unterbringung von Fundtieren an den Tierschutzverein Reichenbach gezahlte Umlage lediglich 30 Cent pro Einwohner und Jahr beträgt. "Das ist unterirdisch. Davon kann man nicht leben und nicht sterben", betonte Schaper. Der Sachsen-Durchschnitt liege bei einem Euro je Einwohner, also mehr als dreimal so hoch. Frauke Waldenburger will für eine Erhöhung auf die Stadt- und Gemeinderäte zugehen. Der Satz von 30 Cent gilt seit 2006. Das Veterinäramt des Landratsamtes hatte damals Musterverträge verteilt. Bis dahin waren die Kosten für jedes Tier einzeln abgerechnet worden.

"Ohne Spenden geht es nicht", weiß Vereinschefin Frauke Waldenburger. Egal ob Futter, Baumaterial oder Geld. Auch eine kleine Erbschaft half schon einmal weiter. Ein neuer Kastenwagen für das Tierheim wurde vor ein paar Wochen durch eine Chemnitzer Marketingfirma komplett mit Werbung finanziert. Jahr für Jahr wird auch mit Hilfe von Fördermitteln des Freistaates ein wenig investiert. "Voriges Jahr waren die Fenster dran. Dieses Jahr wollen wir die Futterküche auf Vordermann bringen und neue Lampen einbauen", so Waldburger.

Termine: Am 19. August, 13 bis 17 Uhr, lädt das Tierheim Limbach zum Tag der offenen Tür ein. Am 8. September findet der Tag des Hundes statt. Die Hundesportgruppe Limbach lädt zur ersten "Olimbiade" ein, an der jeder mit seinem Hund teilnehmen kann.

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