Ministerium schweigt zu geplanter zweiter Halle

Raumfahrtausstellung: 3,2 Millionen Euro vom Bund - Zeitplan wackelt

Muldenhammer.

Jürgen Mann (Freie Wähler), der Bürgermeister von Muldenhammer, will ein klärendes Gespräch mit der vogtländischen Bundestagsabgeordneten Yvonne Magwas (CDU), wie es mit dem Projekt des Erweiterungsbaus für die Deutsche Raumfahrtausstellung in Morgenröthe-Rautenkranz weitergehen soll. "Seit Wochen herrscht Ruhe, auf E-Mails gibt es keine Antwort", erklärte er am Mittwochabend zur Sitzung des Gemeinderates die Situation.

Für den Bau einer zweiten Halle stellte der Bund im November 2019 3,2 Millionen Euro zur Verfügung. Als Partner für die Gemeinde, die als Projektträger fungieren soll, war das Bundesverkehrsministerium vorgesehen. Die Zuordnung erfolgte, weil dort auch das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt angegliedert ist. Ein erstes Gespräch mit Vertretern des Ministeriums, verbunden mit einem Besuch der Ausstellung, hatte es noch im Februar gegeben. Seither herrscht offenbar Funkstille. "Wir bekommen überhaupt keine Informationen mehr. Selbst wenn es durch die Coronakrise Probleme gibt, sollte man uns informieren", so der Bürgermeister.

Der Zeitplan für das Vorhaben war von Beginn an eng gesteckt. Nach den ersten Informationen aus Berlin sollte die Halle eigentlich bis zum Jahresende 2020 stehen. Nach dem Besuch der Vertreter vom Ministerium im Februar hieß es dann, dass die Planungsunterlagen im Herbst fertig sein sollen und die Arbeiten dann ausgeschrieben werden, damit Anfang 2021 zügig mit dem Bau begonnen werden könne.

Wichtig für Muldenhammer war, dass die Gemeinde für das Vorhaben keine Eigenmittel braucht. Ein Nachtragshaushalt müsse trotzdem aufgestellt werden, erklärte Kämmerin Tina Wagenknecht.

Bislang konnte die Gemeinde aber noch gar nicht mit der Projektierung beginnen. "Das Jahr ist zur Hälfte rum, wir haben aber für das Vorhaben noch kein einziges Schriftstück in der Hand", sagte der Bürgermeister. Ohne das könne die Gemeinde keinen Planer beauftragen. Und erst wenn das Projekt bestätigt ist, kann die Ausschreibung der Arbeiten erfolgen. "Ich war anfangs voller Hoffnung. Aber jetzt sieht es aus, als stehe das Vorhaben sprichwörtlich wieder in den Sternen", machte Jürgen Mann deutlich.

Die Deutsche Raumfahrtausstellung, die seit kurzem wieder geöffnet hat, zählt normalerweise jährlich mehr als 50.000 Besucher.

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