Ministerpräsident: Ausscheid für Mitmach-Projekte angekündigt

Sachsenchef Michael Kretschmer (CDU) wanderte zur Göltzschtalbrücke. Dort warteten etwa 100 Menschen auf ihn. Einige fanden Gehör.

Netzschkau.

Der sächsische Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) ist am Samstag gemeinsam mit dem Thüringer CDU-Spitzenkandidaten Mike Mohring und weiteren Politikern sowie etwa 200 Menschen von Reinsdorf zur Göltzschtalbrücke gewandert. Auf dem Brückengelände warteten nochmals etwa 100 Bürger, um mit dem Ministerpräsidenten ins Gespräch zu kommen, Anliegen vorzutragen oder gemeinsame Fotos zu schießen und Unterstützung zu signalisieren. Als eine der ersten ging Christa Trommer vom Fremdenverkehrsverein Nördliches Vogtland auf den Gast zu. Sie brachte ihm nicht nur Daten zur Göltzschtalbrücke nahe, sondern bat auch um Unterstützung bei der touristischen Entwicklung des Brückenumfeldes.

Der Ministerpräsident erklärte, dass der Freistaat sich schon wegen Nachahmern nicht den Hut aufsetzen könne: "Wir machen etwas gemeinsam, wenn es Menschen in der Region gibt, die etwas tun wollen, im Ehrenamt, das Landratsamt, die Kommune, dann geben wir Geld." Dass der Freistaat alles selbst machen soll war allerdings nicht Ansinnen der Tourismusfachfrau: "Wir bringen uns ein, auch unser Bürgermeister steht zu dem Gelände."


Nachdem der Ministerpräsident festgestellt hatte, dass sich dort Leute bewegen und etwas machen wollen, lenkte er ein: "Wir werden im kommenden Jahr einen Wettbewerb ausloben und Geld für touristische Mitmachprojekte zur Verfügung stellen. Dafür können Sie sich bewerben und das Geld für Grünschnitt oder Ausschilderungen verwenden."

Damit sei es jedoch an der Brücke nicht getan, meinte Netzschkaus Bürgermeister Mike Purfürst (Gewerbeverein), als er von der Aussage des Ministerpräsidenten hörte. Er sagte auf Anfrage: "Ich bedaure sehr, dass ich noch im Urlaub und nicht vor Ort war." Es sei Zeit, die Brücke als Gemeinschaftsaufgabe zu begreifen, "denn wir wollen eine ganze Region touristisch entwickeln". Die Strahlkraft der Brücke sehe man an vielen Beispielen. Sein Ziel sei es, ein gemeinsames Konzept zu stricken, bei dem auch der Freistaat in der Pflicht ist, so wie bei vielen staatlichen Schlössern, Burgen, Parks und anderen Einrichtungen, von denen es deutlich mehr gäbe als diese eine weltgrößte Ziegelbrücke. Purfürst: "Wir haben schon Vorarbeit geleistet, stoßen aber finanziell und bei gewissen Kompetenzen an Grenzen. Den Radweg straßenbegleitend zur Staatsstraße können nur beide Länder zusammen bauen. Und an der Brücke geht es nicht um Rasenmähen und ein paar Schilder, sondern um touristische Infrastruktur sowie eine solide Finanzausstattung und Planungssicherheit." Er wünsche sich einen Vororttermin mit Kretschmer, um über die Zukunft des Geländes zu sprechen.

Noch größer gedacht hat Ulf Solheid, der mit Mandat der Linken im nächsten Reichenbacher Stadtrat sitzt. Er wies Kretschmer auf die Idee der Anmeldung des Ingenieurbauwerks zum Weltkulturerbe hin. Wichtiger war dem Rechtsanwalt jedoch ein anderes Anliegen, das er in schriftlicher Form überreichte. Es geht um ein "Interventionsersuchen an den Ministerpräsidenten" zur Wiederherstellung des Vertrauens in der Bevölkerung in Zusammenhang mit dem Großbrand bei der Firma GTO am 26. Juni. Das Landratsamt soll der Bevölkerung die Untersuchungsergebnisse offenlegen. Kretschmer falle dabei die Rolle eines Vermittlers zu. Nachdem der erste Versuch im Zusammenhang mit Kretschmers Besuch bei Thermofin gescheitert war, hatte er diesmal mehr Glück. Solheid: "Er will sich der Sache annehmen. Erst war er nicht so angetan, aber als ich ihm von den verletzten Feuerwehrkameraden erzählt habe, wurde er hellhörig." Kretschmer habe ihm eine Antwort zugesichert.

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