"Mir Saggsn gehn nich under"

Kabarettist Gunter Böhnke ließ in Lengenfeld die Vogtländer über die Sachsen lachen. Mit Augenzwinkern und Dialekt.

Lengenfeld.

Mehr als die 140 Leute hätten am Freitagabend im Konferenzraum des Hotels Lengenfelder Hof kaum Platz gefunden. Sie waren auf Einladung des Kulturbundes gekommen, um sich vom Kabarettisten Gunter Böhnke, in Sachsen bekannt wie der sprichwörtliche bunte Hund, unterhalten zu lassen.

Entsprechend bunt war das, was Böhnke dem Publikum bot: Ein bisschen Lesung, ein bisschen mit Augenzwinkern philosophieren über das, was den typischen Sachsen ausmacht, ein bisschen unterhaltsam verpackte Autobiografie, ein wenig Ost-Nostalgie, ein kleiner Streifzug durch die Geschichte der Sachsen, gespickt mit pointierten Lebensweisheiten. Böhnke ist mit verschiedenen Programmen unterwegs. In Lengenfeld hieß es: "Mir Saggsn gehn nich under".

Böhnke sprang von einem Thema zum nächsten, ein bisschen Halloween, mit der Feststellung, dass die Kinder von heute denken, den Reformationstag gebe es wegen dem Gruselfest, dann der Bogen zu Martin Luther: "Wir könnten heute einen Luther gut gebrauchen, mit festem Glauben, einer großen Gusche und was im Kopp."

Die Vogtländer, die sich nicht gerne als Sachsen bezeichnen lassen und die auch nicht jede sächsische Eigenart und Redewendung als die ihre betrachten, lachten also weniger über sich, als über die anderen, wenngleich es doch etliche Gemeinsamkeiten gibt.

Böhnke, ein Kabarett-Urgestein und typischer Vertreter des Volkes, das er so gern auf die Schippe nimmt, beleuchtete den Durchschnitts-Sachsen von allen Seiten: seinen Dialekt, seine Denkweise, seine Redewendungen, seine Gemütlichkeit, seinen Hang zum Kaffeetrinken, zum Eindiddschen, zur Trägheit und zum Reisen. Böhnke gab Anekdoten über Auftritte auf den Bühnen des Landes zum Besten und berichtete über seine Reisen in ferne Länder. So habe er selbst an einer Supermarktkasse in Kanada Sachsen getroffen. Nach dem ersten Programmteil gönnte sich der Künstler eine Abendbrot-Pause. Die Signierstunde rutschte nach hinten, an den Schluss des Abends.

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