Mit der Welt der Berge auf Du und Du

Der Alpenenthusiast und bildende Künstler Konrad Henker zeigt im Unteren Schloss in Greiz Radierungen und Skizzen. Zudem können Besucher viel über die Eroberungen der Gipfel erfahren.

Greiz.

Wieder einmal versteht man es in Greiz, Geschichtsbetrachtung und bildende Kunst wirkungsvoll zusammenzuspannen. Im Museum im Unteren Schloss ist gegenwärtig die Ausstellung "Ruf der Berge - 150 Jahre Alpenverein und die Greizer Hütte" zu sehen. Flankiert wird sie von der Schau "Eisige Höhen" mit künstlerischen Arbeiten des in Berlin lebenden Malers und Grafikers Konrad Henker.

Die Besucher bekommen zu Beginn ihres Rundgangs zahlreiche Dokumente und handfeste Zeugnisse für Wirken, Zusammenhalt und Leistungen der Freunde des Hochgebirges aus Greiz und Umgebung geboten. Schwierige und politisch negativ beeinflusste Etappen der Entwicklung werden in der Ausstellung keinesfalls ausgeklammert.


Danach erwarten den Besucher die künstlerischen Werke aus Konrad Henkers Hand. Gezeigt werden 24 großformatige Radierungen, eine Reihe Skizzen sowie verwendete Hilfsmittel und Materialien. Außerdem steht ein Film bereit, der Freud und Leid des gebürtigen Weimarers beim Forschen und Schaffen dokumentiert.

Seit 2004 nimmt der heute 39-Jährige mehrwöchige entbehrungsreiche Aufenthalte in Eis und Schnee auf sich. Der Künstler sucht Erlebnisse, Eindrücke und Motive vor Ort, wobei meist ein selbst errichteter Iglu sein Zuhause ist. Henker, der von 1999 bis 2005 in Dresden studierte, offeriert bei seinen in Greiz präsentierten Alpensichten weder ein reiches Farbenspektrum, noch setzt er auf gestalterische Grenzgänge oder gewagte künstlerische Überhöhungen. So erfährt der Betrachter, wie viel sich an Naturgewalt, Schönheit und Atmosphäre mit gekonnt gefügten Kontrasten von Schwarz, Weiß und Grau einfangen lässt.

Weitere Stärken der Grafiken sind die akkurat wiedergegebenen Fels- und Gletscherformen sowie die jeweils gewählten Bildausschnitte, die Größe und Vielfalt der Bergwelt unterstreichen.

Wie tief Henker in das Alpenthema eingetaucht ist und was für geschickte Hände er übers Malen und Stechen hinaus hat, belegt ein im Unteren Schloss zu bestaunendes, gut anderthalb Meter langes Alphorn. Das rang der Wahlberliner einem Stück Zirbelkieferwurzel ab.

Das Museum im Unteren Schloss in Greiz hat außer montags täglich von 10 bis 17 Uhr geöffnet. Die Ausstellung "Eisige Höhen" ist noch bis zum 25. August zu sehen.

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