Mit Herz am Herz der Körperwelten

Michele Knuth hat an der Eishalle noch gut zu tun

Greiz.

Das riesengroße, aus Epoxydharz hergestellte Herz vor der Greizer Eishalle entgeht keinem Besucher der am Donnerstag von Plastinator Gunther von Hagens höchstpersönlich eröffneten Körperwelten-Schau. Dass das Kunst-Herz ständig sein Aussehen verändert, dafür ist Michele Knuth zuständig. Die Maskenbildner-Studentin aus Ludwigsfelde besprüht das Modell im Auftrag des Plastinators Schicht um Schicht mit Acrylfarbe. In anderthalb Wochen, schätzt die 23-Jährige, ist das mit einer Airbrush-Pistole ausgeführte Werk vollendet.

Dieser bildnerische Prozess ist für die in München im Masterstudiengang ihr Handwerk lernende Frau genauso faszinierend wie die Körperwelten selbst. "Dadurch haben Laien wie ich einen früher nur bestimmten Kreisen vorbehaltenen Blick in das Innerste des Menschen. Darüber hinaus finde ich, dass der menschliche Körper auch dergestalt etwas Wunderschönes ist. Und außerdem mag ich Gunther von Hagens, er ist ein sehr kreativer Kopf mit so vielen fantastischen Ideen", erzählt Michele Knuth, während sie den Kompressor anwirft. Der Anziehungskraft der Ausstellung, sagt sie, könne sich kaum einer entziehen. Auch jene nicht, die die Körperwelt des in Greiz aufgewachsenen Mediziners und Unternehmers ablehnen. Zudem seien dies meist Menschen, die noch nie eine solch fantastische Schau wie die in Greiz selbst in Augenschein genommen hätten.

Den Kontakt mit Gunther von Hagens hat Michele Knuth auf der Suche nach einem Praktikumsplatz fürs Studium geknüpft. So hat sie dann auch bei der Plastination mitgearbeitet. "Damit habe ich meine anatomischen Fähigkeiten erweitert." Diese sind für die Maskenbildnerei wichtig. Zum Beispiel, wenn etwa für den Film Körperteile aus Silikon nachzubilden sind. Dazu werden den Schauspielern beispielsweise aus Silikon gearbeitete Missbildungen angeklebt. (gem)

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