Mit Zenker auf die Zenkergasse

Im November steigt das vierte Reichenbacher Pop-up. Mit einer neuen Idee für die ganze Innenstadt und zwei Männern, die sagen: Top, so kommt eine Stadt voran.

Reichenbach.

Mit der Absage des für Juli geplanten Pop-ups schien der Reichenbacher Pop-up-Initiative von Ralf Schaller ein Jahr nach ihrer Premiere ein wenig die Luft auszugehen. Was fehlte, das war eine Idee, wie sich die Aktion von der sich stetig mit neuen Geschäften füllenden und daher Pop-ups kaum noch Platz bietenden Zenkergasse ausweiten ließe. "Eine solche Idee setzen wir jetzt um", sagt der Unternehmer. Und zwar bei der vierten Aktion, die am 9. und 10. November mit bis zu 20 Pop-ups leerstehende Läden des gesamten Zentrums einbezieht.

Den Anreiz für Kunden, die somit in der Innenstadt eher gestreut liegenden Stores anzusteuern, bietet ein in den einzelnen Geschäften ausliegendes Teilnahmeheft, das in jedem Pop-up abgestempelt wird. Wer alle Stempel hat, nimmt an einer Preisverlosung teil. Die Idee dazu steuerte Thomas Particke vom Mylauer Partyfuchs-Mietservice bei. "Ich finde die Pop-up-Aktion gut. Nicht nur für Reichenbach. Und sie ist meiner Meinung nach ausbaufähig, etwa, indem sich mehr Veranstaltungen an solchen Wochenenden konzentrieren, zum Beispiel eine Stadtmeisterschaft." Gefragt sei ein noch attraktiverer Mix.

Und den gibt's durchaus schon beim nächsten Pop-up. So findet am 10. November der letzte Frischemarkt des Jahres statt. Am Postgebäude soll eine Bühne stehen, auf der Bands und Straßenkünstler Kostproben ihres Talents geben können. Zudem steigt am Abend eine Ü-30-Party im Neuberinhaus. Bereits am Freitag - das ist für den Erfolg der neuen Pop-up-Strategie ebenso wichtig wie ein Stempelheft - hat der Bestandshandel der Innenstadt inklusive Weka-Kaufhaus geöffnet, informiert Ralf Schaller über eine Absprache mit dem Gewerbeverein. "Mein Wunsch ist, das so viele Händler wie möglich mitmachen."

Derzeit ist der Chef der Wurstfabrik mit Unterstützung des Vereins und der Stadt im Hinblick auf leerstehende Geschäfte für die Pop-ups in der Akquise. "Wir laufen einfach los und fragen nach", erklärt Ralf Schaller das Vorgehen. "Aber natürlich kann sich auch jeder Interessent direkt an mich wenden."

Das Interesse sächsischer Geschäfte jedenfalls an dem zur Wiederbelebung der Zenkergasse geborenen und sich nun auswachsenden Instruments ist ungebrochen. Ralf Schaller informiert über eine Reihe alter und neuer Interessenten. Zu den Debütanten direkt an der Pop-up-Wiege gehört die Pirnaer Messer-Manufactur Zenker. "Zenker auf der Zenkergasse. Mir gefällt zugegebenermaßen auch dieses Wortspiel", sagt Firmenchef Maik Zenker, der an der Elbe zu den Motoren des Innenstadthandels gehört. "Wir stellen da auch einiges auf die Beine, im Zentrum jedenfalls gibt's fast keinen Leerstand. Das wünsche ich auch Reichenbach, die Idee dazu ist top."

Das sagt auch der ebenfalls in Reichenbach debütierende Seiffener Spielwarenmacher Tino Günther: "Das Entscheidende ist, dass Bürger der Stadt Eigeninitiative zeigen und nicht warten, dass was von alleine passiert. Denn da passiert nichts. Ideen wie die von Ralf Schaller werden erst belächelt. Wird's ein Erfolg, dann haben es alle schon gewusst." Und der einst für die FDP im Landtag streitende Unternehmer weiß, wovon er spricht. Er hat vor ein paar Jahren den Seiffener Sternenmarkt initiiert, der die Vorfreude kauffreudiger Touristen auf die Weihnachtszeit bereits ab Ende September erfolgreich anfacht. "Auch diese Idee ist erst belächelt worden."

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