Moderne Technik für eine halbe Million Euro angeschafft

Die Rodewischer Feuerwehr hat ein neues Fahrzeug. Knapp 500.000 Euro hat der Alleskönner gekostet. Am Ostersamstag wird er öffentlich vorgestellt.

Rodewisch/Reichenbach.

Die Zeiten, in denen die Feuerwehr nur Brände gelöscht hat, sind lange vorbei und gehören zu den Berichten aus Vorwendezeiten. Ein Feuerwehreinsatz - das bedeute heute in den meisten Fällen: technische Hilfeleistung, erklärt Wehrleiter Christian Wetzig und zählt beispielsweise Unfälle und zunehmend Türöffnungen auf. Entsprechend müsse Technik vorgehalten und das ehrenamtliche Personal ausgebildet werden. In Sachen Technik hat Rodewisch seit kurzer Zeit Allerneuestes auf dem Hof stehen.

Und es hat sich bereits bei den ersten Einsätzen bewährt, das neue, eine knappe halbe Million Euro teure Hilfeleistungslöschfahrzeug (HLF 20) mit dem Kennzeichen V RO 20. Notwendig geworden war die Anschaffung, weil das Vorgängerauto, ein Vorausgerätewagen, bei einem Brand 2015 einen Unfall mit Totalschaden hatte. Daraufhin beantragte die Kommune Fördermittel, 2017/18 erhielt sie Grünes Licht. Kurz vor Weihnachten 2018 konnte die Wehr das neue Fahrzeug bei der Herstellerfirma in Zahna-Elster bei Wittenberg abholen.

"Heute ist jedes Fahrzeug eine DIN-gerechte Anfertigung. Beladen wird es nach Bedarf des Käufers", so Wetzig. An der Stelle kam eine zweite Firma aus Leipzig ins Spiel, die diesen Auftrag nach den Wünschen der Wehr ausführte. "Wir konnten so zwei Fahrzeuge in eines packen, nämlich Geräte aus unserem 29 Jahre alten Tanklöschfahrzeug, das ohnehin bald ausgemustert wird, und die zeitgemäße Ausstattung des HLF 20", so Wetzig weiter.

Die Gesamtkosten von 478.500 Euro setzen sich aus 354.100 Euro für das Fahrzeug und 124.400 Euro für die Beladung zusammen. Gefördert wurde die Anschaffung mit 255.000 Euro vom Freistaat Sachsen und 60.000 Euro vom Vogtlandkreis. Der Eigenanteil der Kommune beträgt 136.500 Euro. Ob das Löschen von Bränden oder die technische Hilfeleistungen: Das HLF 20 ist für verschiedene Einsatzzwecke rundum mit modernster Technik ausgestattet.

Auf der Fahrerseite des 16 Tonnen schweren Autos befinden sich unter anderem hydraulische Rettungsgeräte, Kettensägen, Spreizer und ein Plasmaschneidgerät, das 22 Millimeter starken Stahl schneiden kann - einsetzbar bei Verkehrsunfällen. Die andere Seite ist speziell für den Löschangriff ausgerichtet. Gelagert sind dort Stahlrohre, Stromversorgungs- und Beleuchtungsanlagen, sowie eine Wärmebildkamera, die bei Rauch und Nebel für gute Sicht sorgt. Zwischen der seitlichen Ausstattung befindet sich der 2000 Liter fassende Wassertank. Das Schlauchmaterial ist am Heck befestigt und auf dem Dach liegen Tragen und Vakuummatratzen für die Personenrettung.

Ebenso beherbergt das 290 PS starke Fahrzeug eine Hygieneausstattung und Material für die Verkehrsabsicherung. "Von Vorteil ist der komfortable Fahrgastraum, der Platz für eine neunköpfige Löschgruppe bildet. Bislang konnten nur drei Kameraden transportiert werden", berichtet Wetzig. Mit Reichenbach haben die Rodewischer als einzige in der Region ein solches Hightech-Fahrzeug.

Der Öffentlichkeit wird das HLF 20 am Ostersamstag, 20. April an Postplatz und Rowi-Park in Rodewisch vorgestellt. Für die Zeit vom 15. bis 17. Mai wird es Rodewisch verlassen und bei der europaweiten Rettungsdienstmesse "RettMobil" vorgestellt.

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