Mörderische Lesung bei den Landfrauen

Wenn die Krimiautorin Claudia Puhlfürst auftritt, dann geht es um mehr als Grusel: Das Publikum erfährt auch manches aus dem Leben eines Autors.

Irfersgrün.

Claudia Puhlfürst, Krimiautorin aus Zwickau, versteht nicht nur spannende Texte zu Papier zu bringen, sie präsentierte sich auch am Montag bei den Landfrauen in Irfersgrün während einer Lesung als unterhaltsame Gesprächspartnerin, ganz ohne Starallüren.

Die Autorin plauderte über in ihren Büchern versenkte Leichen in ganz Sachsen und sie ließ die Zuhörer, die in der Mehrzahl weiblich waren, Einblick nehmen in die Arbeit eines Schriftstellers. Am Anfang stehe immer die Idee, manchmal auch die Auftragsarbeit. Dann beginne die Recherche. Ein Wort, das Puhlfürst sehr genau nimmt. Akribisch studiert sie Unterlagen, nimmt, sofern das möglich ist, Einsicht in Akten, bespricht sich mit Kriminologen und Gerichtsmedizinern und schweift auch textlich gern in die Details der Naturwissenschaften ab, denn dort ist sie ursprünglich beruflich zu Hause - als Lehrerin für Biologie und Chemie. Auch ihre anderen beruflichen Stationen, von der Schulbuchautorin bis zur Barfrau, nennt sie, die heute als selbstständige Autorin ihren Lebensunterhalt bestreitet, nützliche Stationen ihres Leben. Von den Erfahrungen profitiert sie bis heute beim Schreiben.

Am liebsten verlegt sie ihre Tatorte ins Erzgebirge: "Dort gibt es dunkle Wälder, Steinbrüche, Bergwerke." Die fiktiven Geschichten spielen bevorzugt an authentischen Orten, die sie meist von persönlichen Besuchen ganz genau kennt. Doch Claudia Puhlfürst braucht nicht unbedingt die ihr bekannten Örtlichkeiten, wie die Bahnhofstraße in Zwickau oder die Königseiche in Schwarzenberg auf dem Marktplatz, um dort ihre teils gruseligen, dramatischen Geschichten anzusiedeln. Sie lässt sich auch gern von Ereignissen inspirieren, die in New York oder im fernen Russland passiert sind. Ein Ereignis muss nur mysteriös, dunkel und geheimnisvoll daher kommen, schon ist das Interesse geweckt. Wie beim jüngsten Projekt: Krimis, die auf tatsächlichen Begebenheiten beruhen und für die Claudia Puhlfürst Feuer und Flamme ist. "Je tiefer ich in Details eindringe, desto spannender wird es", machte sie ihre Zuhörer neugierig auf das nächste Werk, doch wie bei den anderen schon veröffentlichten 20 Büchern auch: Am Anfang stehen Fleiß und Recherche. "Die Unterlagen aus Russland sind öffentlich einsehbar, aber ich muss die Texte erst übersetzen", sagt sie.

Die Autorin liebt es, ihre Geschichten unverhoffte Wendungen nehmen zu lassen. Kein Thema ist ihr dabei zu banal. Selbst um das Einhorn, diese von Kindern geliebte Fabelfigur, die untrennbar mit der Farbe Rosa verbunden zu sein scheint, rankt sich ein Badewannenmord, den sie sich für ein Wannenbuch als Auftragsarbeit ausdachte. Wannenbücher sind wasserfest, der Leser kann beim Baden schmökern.

Auch eine Kurzgeschichte die in einem Adventskalender über 24 Tage stückchenweise gelesen werden kann, gehört zu ihren jüngsten Kreationen. Viele kennen die Zwickauerin aber auch durch ihre ostdeutschen Krimitage, bekannt unter dem prägnanten Namen Mord-Ost. Um sich aber mehr auf ihren Brot-Job konzentrieren zu können, kündigte Claudia Puhlfürst an, die Organisation, um die sie sich seit 13 Jahren kümmert, abgeben zu wollen.

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