Motivator reißt Kinder mit: Bewegung, die viel Spaß macht

Die Dittes-Grundschüler erlebten gestern einen besonderen Sporttag mit Michael Hirschel. Klar wurde, dass es dabei nicht immer klassisch zugehen muss.

Reichenbach.

Schülerin Lavinia baute sich vor Michael Hirschel auf, als der zur Frühstückspause ins Schulhaus ging. Sie fragte: "Du bist witzig. Willst du nicht unser Sportlehrer sein?" Zu dieser Zeit hatte das Mädchen gemeinsam mit den knapp 180 Schülern der Dittesgrundschule schon zwei Stunden Sport absolviert und zwei weitere lagen vor ihr. "Dankeschön, aber ihr habt doch schon einen Sportlehrer", antwortete der Gast aus Leipzig.

Hirschel sagte zudem, dass er an Grundschulen eher selten männliche Lehrkräfte antrifft. Und überhaupt sei die Schule in Reichenbach sehr schön. "Die Lehrer haben die Kinder gut im Griff, ganz anders als in Großstädten über 100.000 Einwohnern", erklärte er.

Hirschel ist so etwas wie Adi, der mehrere Generationen zu "Mach mit - mach's nach - mach's besser" animierte. Anders als bei Adi geht es jedoch nicht um Staffelspiele und vordergründig um Wettbewerb, sondern vor allem um Spaß an der Bewegung. Bei der Fun & Action-Party, eines der Projekte des Tanzlehrers, Lehrers für Entertainment und Fitnesstrainers, absolvieren die Kinder Stationen wie Zielwurf, Kegeln, Suma, Übungen aus der Gymnastik oder den heißen Draht.

Dazwischen standen gemeinsame Spiele oder die Erwärmung zu Beginn mit einem Bewegungstanz. Beim Stationswechsel bebte die Halle, als die Kinder zum Musiktitel "We will rock you" auf den Boden oder in die Hände klatschten, ihr Haar schüttelten oder Luftgitarre spielten.

Nach dem Frühstück wurde Feuer-Wasser-Sturm gespielt, allerdings nicht die klassische Variante, sondern zusätzlich mit so genannten Hamburgern, bei denen sich drei Kinder übereinanderlegten, oder Zocken mit Kindern im Schneidersitz, die mit Händen das Computerspielen simulierten. Die Schüler waren in jahrgangsübergreifende Mannschaften eingeteilt, die Hirschel nach dem Zufallsprinzip am Computer zusammengewürfelt hat, damit nicht immer nur die gleichen Kinder miteinander spielen.

Schulleiterin Juana Martin sagte: "Wir haben heute Party und keinen normalen Schultag." Ihre Sportlehrer waren bei einer Fortbildung und hatten dort Hirschel kennengelernt, der solche Sporttage in Mitteldeutschland seit zehn Jahren anbietet. Weil einmal im Jahr an sächsischen Schulen ohnehin ein Sporttag gefordert ist, passte das Angebot ins Konzept.

Sportfachbetreuer Anke Winter: "Wir waren von der Fortbildung begeistert. Das ist ein Superprogramm für die Kinder." Schüler Max: "Bei Feuer, Wasser, Sturm, da war was los." Yannick fand toll, dass das Sporttreiben mit Musik verbunden war. Einige der Schüler haben jetzt ein Idol mehr, denn Hirschel fand die richtigen Worte, tröstete und motivierte und wurde respektiert, wenn es Stopp hieß. Der Akteur: "Ich will Kinder mit Bewegung glücklich machen. Wenn alle glücklich sind, habe ich mein Ziel erreicht."

Am Ende gab es für alle Urkunden, für die Besten Medaillen und für besondere Leistungen die CD mit der Sport-Musik. Der Wunsch blieb, so etwas wieder zu machen, auch wenn der Sporttag nicht billig war und ohne Elternanteil aus Mitteln der Schule bezahlt wurde.

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