Müll-Challenge: Eine Zahnärztin ruft zum Arbeitseinsatz auf

Anja Gürtler hat mehrfach mit Charity-Aktionen Gutes erreicht. Am Freitag sammelt sie im Neubau herumliegenden Müll auf - und gibt damit ein Beispiel für die gesamte Stadt.

Reichenbach.

Anja Gürtler regt auf, worüber andere hinwegsehen. Etwa am Rodelhang im Neubau. Weil dort immer wieder Kinder gefährlich nah an die Bundesstraße gefahren sind, hat die Reichenbacher Zahnärztin einen Teilerlös eines ihrer Charity-Praxisflohmärkte für das Pflanzen eines Fangzauns aus Sträuchern an der Straße eingesetzt. Anja Gürtler regt auch auf, wenn Abfälle weggeworfen werden.

"Zum Beispiel in den Wäldern um Reichenbach. Wir reden über Plastikmüll in den Weltmeeren und spazieren an den Quellen dafür vorbei. Das gilt auch für den Neubau. Und dort wollen ich und ein kleines Helferteam jetzt anpacken und damit auch ein Zeichen setzen", sagt die Zahnärztin und lädt für Freitag zur ersten Reichenbacher Müll-Challenge ein.


Aufgerufen sind die Neubau-Bewohner, um im Wohngebiet und an dessen Rändern von 14 bis 16 Uhr an Wegen und Parkplätzen, auf Wiesen und Freiflächen sowie in Sträuchern herumliegenden Müll einzusammeln. Die Teilnehmer der mit der Stadtverwaltung abgestimmten Aktion sollten dazu einen Müllsack mitbringen und den nach Aktionsschluss an der Haustüre ablegen. Die Zahnärztin sowie deren Eltern Ingrid und Heribert Gürtler holen die Säcke im Anschluss ab und lagern sie am einstigen Stadtteilzentrum sowie an einem Parkplatz der Prof.-Schmidt-Straße - dort sammelt sie der Bauhof am Montag ein. Anja Gürtler: "Wir bitten darum, auf diese Weise keinen Haus- oder Sperrmüll beseitigen zu wollen."

Den Anstoß zur Challenge lieferte Anja Gürtler vor ein paar Wochen ein TV-Beitrag über die weltweit laufenden Klima-Challenges zur Beseitigung von Müll. "Da war mir klar, dass die Zuschauerrolle nicht ausreicht. Wir müssen alle etwas tun. Jeder dort, wo er es kann. Wenn zum Beispiel jeder Pilzsucher ein Stück Müll aus dem Friesener Wald mitnimmt, wäre schon viel gewonnen."

Und was, wenn am Freitag nur eine Handvoll Leute mitmachen? "Es gibt auch im Neubau Stimmen, die sagen, für die Müllentsorgung werden andere bezahlt, das geht uns nichts an. Die Hälfte der an allen Hauseingängen angebrachten Aufrufe ist abgerissen. Aber, ja, auch das wäre ein guter Anfang. Vielleicht ziehen andere Stadtteile ja nach. Müll liegt überall. Man muss nur genau hin sehen", sagt Anja Gürtler, die sich mit ihren Aktionen auch für den Stadtrat empfiehlt. Wenn sie für die Bürgerinitiative Reichenbach-Mylau in das Gremium einzieht, will sie verstärkt auf Probleme aufmerksam machen und Mehrheiten für deren Lösung finden.

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