Museumskeller Reichenbach verteidigt den Kloßvogt-Pokal

Etliche Restaurants verstehen ihr Handwerk, daher ging's an der Spitze eng zu. Der Tourismusverband Vogtland würdigt auch die Plätze 2 und 3.

Reichenbach.

Den zwölften Wettbewerb um den Kloßvogt, einen Pokal für herausragende regionale Gastronomie, gewann zum zweiten Mal in Folge der Museumskeller Reichenbach mit seinen Betreibern Olaf und Andrea Seemann. Zur Preisvergabe kamen am Dienstag Vertreter des Tourismusverbandes Vogtland (TVV) und Kommunalpolitiker ins Restaurant Museumskeller, um beim Vorjahressieger den Gewinner 2018 zu küren.

Weil es bei der Punktvergabe an der Spitze eng zuging, vergab die Jury auch einen zweiten und dritten Platz - und zwar an das Hotel-Restaurant "Zum Forstmeister" in Schönheide, gefolgt vom Schloßcafe & Restaurant "Harmonie" aus Greiz. Insgesamt acht Gaststätten aus der Region Vogtland und damit auch aus Thüringen, hatten sich diesmal um den Wanderpokal beworben.

Ziel des Wettbewerbes ist es, die hiesige Gastronomie bei Einheimischen und Gästen bekannter zu machen. Auch wenn der Pokal Kloßvogt heißt, geht es nicht nur um gut schmeckende Klöße, sondern um die Gaststätte in ihrer Gesamtheit. Die jeweils vierköpfige Jury, die nach eigener Auskunft unangemeldet zum Testessen kommt, bewertet unter anderem das Angebot an traditionellen, einheimischen Speisen, die Qualität, die Gastfreundlichkeit und das regionaltypische Ambiente. Zusatzpunkte gibt es für die Verwendung regionaler Produkte und Zutaten. Die Jury erwartet bei ihrem Testessen auch nicht zwangsläufig Gerichte mit Klößen. "Wenn die Jury abends kommt und auf der Abendkarte keine Kloßgerichte stehen, werden andere Speisen verkostet", erklärt Dirk Heinze, Projektmanager beim Tourismusverband. Die Jury wählt aus der Karte vier verschiedene Gerichte aus, die Mitglieder probieren dann reihum.

Im Museumskeller servierte Andrea Seemann beim Testessen den Verkostern unter anderem Rinderroulade und klassische Grüne Klöße. "Wir machen die Klöße selbst, indem wir die geschälten Kartoffeln reiben, Klöße formen und brühen. In unsere Grünen Klöße kommen nur rohe Kartoffeln, keine gekochten", erklärt Andrea Seemann. Für sie ist der Kloßvogt ein Pokal, um den sich das gesamte Team verdient gemacht hat. "Der kreative Kopf ist mein Mann. Aber wir haben auch junge Mitarbeiter, die wir bei der Entwicklung neuer Gerichte mit einbeziehen. Gemeinsam kochen wir neue Gerichte, verkosten diese auch und entscheiden dann, ob wir sie auf die Speisekarte setzen." Für das Ehepaar Seemann ist es wichtig, Abwechslung auf die Speisekarte zu bringen. Der Gast soll wählen können, zwischen den regionalen Klassikern mit saisonalen Zutaten und eigenen Kreationen, die Lust machen aufs Kennenlernen.

Von ihrem zweiten Sieg waren die Gastgeber sichtlich überrascht. "Wir wollten wissen, ob wir das ein zweites Mal schaffen, aber damit gerechnet haben wir nicht", sagte Andrea Seemann. Die Gäste durften an dem Abend auch gleich probieren, wie es beim Wettbewerbsgewinner schmeckt. Dieser hatte unter anderem Kartoffeln und Rote Bete zu einem rosafarbenen Püree verarbeitet. Dazu gab's Wintergemüse und Kalbfleisch mit Erbsen-Minz-Kruste.

Die Greizer Landrätin und TVV-Vorsitzende Martina Schweinsburg nannte Nebeneffekte des Wettbewerbes: "Oft sind auch die Einheimischen stolz, in ihrem Ort eine prämierte Gaststätte zu haben. Unsere Marktforschung hat ergeben, das etwa eine halbe Millionen Menschen über die Medien vom Wettbewerb erfahren." Andrea Seemann bestätigt, dass der Wettbewerb den Gaststätten zu mehr Aufmerksamkeit verhilft. "Es kommen tatsächlich neue Gäste, die uns kennenlernen wollen", sagt die Gastronomin.

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