Mylau: Neue Treppe hinab zum Freibad sorgt für Kopfschütteln

Beim Bürgerstammtisch in Mylau kamen viele Probleme auf den Tisch. Oft fehlt es am Geld für bessere Lösungen.

Mylau.

Um die Böschung des alten Schuttplatzes am Bad in Mylau zu sanieren, war der Wirtschaftsweg vom Parkplatz an der Rollbahn hinunter zum Haupteingang des Freibades seit Ende Juli 2018 mit einem Bauzaun versperrt worden. Jetzt, wo er wieder begehbar ist, ist das Kopfschütteln groß.

"Der Weg ist zerstört. Wo bislang auch Fahrräder und Kinderwagen problemlos fahren konnten, sind 30 Treppenstufen angelegt worden. Wie sollen die Leute dort hinter kommen?", legte Gotthold Lange, Pfarrer im Ruhestand und Unterstützer des Freibadfördervereins, am Donnerstagabend beim Bürgerstammtisch des Reichenbacher Oberbürgermeisters in Mylau den Finger in die Wunde.

OB Raphael Kürzinger (CDU) erklärte, dass die Hangsanierung am Schuttplatz eine Maßnahme des Vogtlandkreises ist. "Der Ortschaftsrat hatte sein Veto gegen die Treppe eingelegt, konnte sich aber nicht durchsetzen", sagte er. Eine Lösung ohne Treppe wäre viermal teurer gewesen. Geld, das der Vogtlandkreis nicht habe, hieß es von den Bauexperten der Stadt. Für das ehrenamtlich betriebene Freibad steht die Frage, was getan werden kann, damit Besucher nicht fernbleiben. Für Radfahrer steht der Göltzschtalradweg im Tal bereit. Gotthold Lange regte an, für Autos alternativ das Parken unten am Hirschstein zu ermöglichen. Doch laut OB beginnt dort auf dem einstigen Gelände des Apparatebaues 2019 eine 1,7 Millionen Euro teure Sanierung. Erdreich und Grundwasser sind mit krebserzeugendem Trichlorethen verseucht. Laut Hubert Greger, Abteilungsleiter Hoch- und Tiefbau, sollen noch Keile in die Treppenstufen eingefügt werden, sodass Kinderwagen hoch- und heruntergeschoben können. Bauende sei erst im April.

20 Einwohner kamen zum Bürgerstammtisch, um mit dem OB, Verwaltungsmitarbeitern und Stadträten zu diskutieren. Sie sprachen beispielsweise die marode Verbindung von der Hainstraße bis zur Rotschauer Straße an. Baufachbereichsleiter Sven Hörning wagte hierzu die Prognose, dass nach dem Bau der Kneippstraße in Cunsdorf nicht gleich wieder eine Kreisstraße in Reichenbach an der Reihe sein werde. Kritisiert wurden der fehlende Hausarzt in Mylau, Probleme für Gehbehinderte am Sparkassenmobil und der Zustand von Industriebrachen an der Netzschkauer Straße. Dass in Mylau nur jede zweite Straßenlaterne brennt, ärgert Bürger ebenso wie das stellenweise einbrechende Göltzschufer. Einig waren sich alle, dass die Göltzschtalbrücke aufgewertet werden muss. Anwohner der Ernst-Schneller-Straße wünschen sich eine Aufwertung des Wohngebiets. Dass nach dem Kanalbau nur eine Seite der Lambziger Straße eine neue Decke erhielt, verstehe dort keiner. Laut Hörning brauche es eine Million Euro für einen grundhaften Ausbau. Geld, das die Stadt momentan nicht habe.

Bewertung des Artikels: Noch keine Bewertungen abgegeben
1Kommentare
Um zu kommentieren, müssen Sie angemeldet und Inhaber eines Abonnements sein.

  • 1
    1
    Tauchsieder
    19.01.2019

    Zitat aus dem Kommentar: - Eine Lösung ohne Treppe wäre viermal teurer gewesen. Geld, das der Vogtlandkreis nicht habe, hieß es von den Bauexperten der Stadt. - Zitat Ende.
    Ich glaube da haben die sogenannten Bauexperten der Stadt keine Ahnung. Der Vogtlandkreis hat sogar Geld für einen illegalen Radweg, einem Schwarzbau, übrig. Da hätten sich die paar Groschen doch irgendwie noch gefunden. Es sei denn, der Vogtlandkreis muss Rücklagen bilden, gerade deswegen.



Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus. An alle Adblocker

Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus.
Mehr erfahren Sie hier...