Mylau siegt, und alle gewinnen

Beim Stadtwerke-Cup hat die GS Mylau ihren Titel verteidigt. Einordnende Worte gab's von Läufer-Ass Sebastian Hendel: Schule, das ist nicht nur Physik und Chemie.

Reichenbach.

Im Fußball war er talentlos. Das räumt Sebastian Hendel ein. "Was zählt, das sind Wille und Ausdauer. Wer so seine Ziele verfolgt, der gewinnt an Charakter und verbessert sich auf allen Gebieten", sagte der Deutsche Meister über 5000 und 10.000 Meter am Donnerstag während der Siegerehrung des 11. Reichenbacher Stadtwerke-Cups. Die ermunternden Worte gibt der Lokalmatador allen Kickern mit auf den Weg - egal, wohin der sportlich oder beruflich führen soll.

Lennox Brömel zum Beispiel will nach Dortmund zum BVB. Völlig verständlich, denn der Stürmer der Grundschule Mylau hat mit vier Treffern die meisten Tore zum überlegenen Triumph seiner Mannschaft beigetragen. Die Kicker vom Fuße der Burg verteidigten durchweg mit Siegen ihren Vorjahrestitel - da war auch Lehrerin Elke Rietsch happy. "Toll, wie sie sich reingekniet haben. Die Jungs sind aber auch gute Sportler; ob beim Fußball, beim Judo oder im Kegeln." Vielleicht gab diese Vielseitigkeit den Ausschlag, denn in puncto Wille und Leidenschaft standen die in dieser Reihenfolge platzierten Grundschulen Neumark, Neuber, Limbach und Weinhold den Cup-Gewinnern in nichts nach. Das sah auch Reichenbachs OB Raphael Kürzinger bei der Siegerehrung so: "Ihr habt alle zweieinhalb Stunden tapfer um jeden Ball gekämpft, ihr seid alle Gewinner."


Deshalb hatten Stephanie Hochmuth und Kerstin Müller von den Stadtwerken für jeden Kicker Präsente dabei. Auch für die bronzedekorierten Neuber-Kicker, die ihre Hoffnungen auf den sechsten Pokalsieg rasch schwinden sahen: Mit Luis Löffler hatte sich der wohl beste Spieler früh verletzt. "Die Jungs haben dennoch das Machbare aus sich herausgeholt, das zählt, wir sind zufrieden", verteilte Sportlehrer Frank Ebert ebenfalls sehr gute Noten.

Den Siegerpokal und einen Gutschein über einen Tag im Freizeitpark Plohn allerdings gab's einzig für die Mylauer. Und das absolut verdient, wie Stadionsprecher René Stein nach 20 Partien jeder gegen jeden und Toren am Fließband einschätzte: "Das Schöne neben der tollen Atmosphäre beim Cup ist, dass die Teams mit spielerischen Mitteln agieren, gebolzt wird hier nicht." Das sieht auch Dieter Golla vom Reichenbacher FC so, der wie gewohnt als sportlicher Leiter mit Unterstützung der Schiedsrichter Heinz Dietrich und Johannes Schürer für einen reibungslosen Turnierverlauf sowie für die Beköstigung der Nachwuchskicker gesorgt hatte. "Es macht nach wie vor Spaß, wenn ich sehe, wie die Schüler mit Herz dabei sind." Eine Aussage, die Stadtwerke-Pressesprecherin Kerstin Müller so einordnete: "Und wir sind froh, dass Dieter Golla nach wie vor mit Herz dabei ist. Ohne ihn würde es den Cup in dieser Form nicht geben."

Sebastian Hendel fand für diese Form privater und öffentlicher Initiative zur Förderung lokalen Kräftemessens nur Lob. "Im Schüleralter ist gerade Bewegung wichtig, nicht nur Physik und Chemie. Es gibt Studien, die zeigen, wie günstig sportliche und künstlerische Betätigung auf die Persönlichkeitsentwicklung Einfluss nehmen." Das Langstrecken-Ass, das sich gerade intensiv auf die Deutsche Meisterschaft am 8. Juni in Essen vorbereitet, gibt selbst das beste Beispiel dafür ab. Der 23-jährige Familienvater ist im Sport und in seinem Studium (Wissenschafts-Ingenieurwesen) top. "Dabei ist mein Wille mein Talent. Und wo ein Wille ist, da ist ein Weg."

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