Nach Besuch der Testschule: Kein Schüler hat Corona

Am Goethe-Gymnasium Reichenbach laufen die freiwilligen Schnelltests für das nördliche Vogtland. Am Montag gab es nur negative Ergebnisse, die Teilnahmequoten variieren und sind wohl ein Ergebnis der jüngsten Testkritik.

Reichenbach.

Die freiwilligen Schülerschnelltests bei Wiederaufnahme des Präsenzunterrichts für die Abschlussklassen standen im Vogtland zuletzt stark unter Beschuss. Nicht wenige Kritiker wie zum Beispiel der Landrat hätten sich die Tests an den Schulen gewünscht. Doch das Kultusministerium hielt an seinem Vorgehen mit zwei Testtagen an fünf vogtländischen Testschulen fest - am gestrigen Montag öffnete so auch die Reichenbacher Friedensschule als Testschule für das nördliche Vogtland.

Ergebnis von Tag eins an den drei von medizinischem Fachpersonal betreuten Teststrecken des Schulteils: alle Schüler des Goethe-Gymnasiums selbst sowie der Lengenfelder Oberschule wurden negativ getestet. Die ebenfalls am ersten Schnelltest-Tag beteiligte Hansa-Handelsschule informierte mit Hinweis auf den Datenschutz weder über die Ergebnisse noch über den Grad der Teilnahme. Bezüglich der einzelnen Einrichtungen variieren die Anmeldezahlen beziehungsweise die der tatsächlich getesteten Schüler jedoch deutlich.

Während Schulleiter Lutz Niepold für das Gymnasium 82 Tests und damit eine Testquote von mehr als 50 Prozent registrierte, wurden von der Lengenfelder Oberschule lediglich sechs Schüler getestet - ein Zehntel der Zehntklässler und jener Neuntklässler, die einen Hauptschulabschluss anstreben. Auch an der Netzschkauer Oberschule fällt die Anmeldung für den heutigen Testtag mit 18 von 65 Schülern nicht gerade hoch aus. Knapp ein Drittel meldet die Weinhold-Oberschule, die ebenfalls am Dienstag am Start ist. "Ich hätte mir die Tests vergangene Woche gewünscht, dann wären wir mit Schwung und ungestört in den Unterricht gestartet. Eine Wiederholung der Tests wäre sicher auch sinnvoll, da so ja alles nur eine Momentaufnahme ist", sagte Schulleiterin Iris Grundmann.

Simone Dürbeck von der Oberschule Neumark sieht das angesichts von nur vier angemeldeten Schülern ähnlich. "Diese Testpraxis ist in den Augen vieler sicher etwas unsinnig, da ist ja im Hinblick auf das gemeinsame Fahren in einem Bus schon viel argumentiert worden", sagte die Schulleiterin. Auch in der Neumarker Schule war der Unterricht am Montag bereits aufgenommen worden. "Die Schüler sind bei uns auf verschiedene Etagen und dann noch in Gruppen aufgeteilt." Generell hat die Schulleiterin den Eindruck, dass die Schüler auch mit einer gewissen Unsicherheit aus dem Lockdown gekommen sind. "Es ist jetzt im Hinblick auf die Abschlüsse schon ein gewisser Druck da." Es gelte nun, das Optimale aus der Situation herauszuholen.

Die Wiederaufnahme des Präsenzunterrichts ist diesbezüglich für Lutz Niepold ebenso ein klarer Vorteil - auch wenn lediglich in den Prüfungsfächern unterrichtet wird. "Viele Schüler sehen diese Form der Stoffvermittlung als sehr hilfreich an, das wurde auch heute von den Schülern so vermittelt", sagte der Schulleiter und sprach von einem gelungenen Start in die Testpraxis.

Lehrer des Gymnasiums waren für die Organisation des Testablaufs verantwortlich. Zwei der drei Teststrecken wurden von der Berufsfeuerwehr Plauen, eine vom DRK betreut. An jeder Station nahmen zwei medizinisch ausgebildete Personen die Tests vor. Für den Fall von positiven Ergebnissen war und ist ein Mitarbeiter des Gesundheitsamtes zur Datenaufnahme für die Nachverfolgung zur Stelle, die Eltern würden den betreffenden Schüler abholen. Am Dienstag werden Schüler von Abschlussklassen der Oberschulen aus Netzschkau, Neumark, Reichenbach sowie Elsterberg getestet.

Testzentrum für das Gebiet zwischen Klingenthal und Treuen ist das Auerbacher Goethe-Gymnasium, mit Bussen sollten die Testwilligen dorthin gebracht werden. Schon im Vorfeld hatte es heftige Kritik an der Idee aus Sachsens Kultusministerium gegeben. Und die Bilanz der Aktion sieht ernüchternd aus. Auch in Plauen war die Testbereitschaft unter Schülern am Montag gering. Erste Einschätzungen der Testbereitschaft im Oberen Vogtland sind ebenfalls ernüchternd. 

30 Tage für 20,99€ 0€ testen
Testen Sie die digitale Freie Presse unverbindlich.
Erhalten Sie Zugriff auf alle Inhalte auf freiepresse.de
(inkl. FP+ und E-Paper). (endet automatisch)
 
30 Tage für 20,99€ 0€ testen
Zugriff auf alle Inhalte auf freiepresse.de und E-Paper. (endet automatisch)
Jetzt 0€ statt 20,99 €
00 Kommentare

Die Diskussion wurde geschlossen.