Nach dem Müllsammeln wird kräftig gefeiert

Poetry-Festival Rodewisch: der Unrat wird weniger, das Problem bleibt

Rodewisch.

Mit gemischten Gefühlen sind die 70 Frauen, Männer und Kinder am Samstag von ihrer sechsstündigen Müllsammel-Aktion zurückgekommen. Das Großreinemachen ist zentraler Bestandteil des Poetry-Festivals, das es seit acht Jahren gibt. Ein bereitgestellter Container füllte sich nur gut zur Hälfte.

Das sah 2017 anders aus. Doch ein halb gefüllter Behälter bedeutet laut den Veranstaltern vom Rodewischer Verein Ars Vitae nicht unbedingt weniger Müll. "Es lagen diesmal nur nicht so viele große Teile herum", erklärte Dana Reifenberg. In der Vergangenheit stießen die Sammler auch auf Dinge, die nach schwererem Bergungsgerät verlangtem. Sperrigste Gegenstände waren diesmal ein Bauzaun in der Pöltzsch direkt am Park, Autoreifen und ein Waschbecken. "Dafür haben wir unglaublich viel Plastikmüll gefunden", erzählte sie. Kleine Tüten, Bonbonpapier. Und den anderen Klassiker: Unmengen Zigarettenstummel.

Das abgegraste Gelände reichte vom Auerbacher Flugplatz bis nach Wildenau. Dort wohnt Sibylle Wolf. Sich jedes Jahr am Müllsammeln zu beteiligen, ist für die Lehrerin eine Selbstverständlichkeit. Ihr platzt der Kragen, wenn sie von Mitmenschen spricht, denen die Natur als Mülleimer dient. "Ich finde, man müsste sich mal nachts hinstellen und das beobachten", sagte Wolf. "Es sind Umweltschweine, die ihren Müll aus dem Fenster werfen."

Das Festival fand Wolf wieder prima. "Ich mag die Atmosphäre, weil alle Generationen vertreten sind, auch meine Tochter und mein Enkel. Man fühlt sich hier aufgehoben." Sogar einige Schüler trifft sie dort regelmäßig. "Ich finde, dass sich die Jugendbewegung durch Ars Vitae unglaublich entwickelt hat", sagte sie.

Dem Verein geht es mit der Müllsammel-Aktion vor allem darum, Menschen für die Thematik zu sensibilisieren. "Immer mehr Plastik-Müll - das ist richtig krass", sagte Tom Hoffmann. Rico Hahn sieht es genauso. Der Liedermacher aus Albertsberg sammelte zuerst Müll und stand dann auf der Bühne. "Das schöne ist, dass man am Abend noch was Schönes genießen kann."

Bewertung des Artikels: Noch keine Bewertungen abgegeben
0Kommentare
Um zu kommentieren, müssen Sie angemeldet und Inhaber eines Abonnements sein.



    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus. An alle Adblocker

    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus.
    Mehr erfahren Sie hier...