Nach Großfeuer: Bürgerpreise für Retter

Das Feuer im Unternehmen Galvanotechnik in Heinsdorfergrund hat Spuren hinterlassen. Politiker dankten nun ehrenamtlichen Helfern.

Heinsdorfergrund.

Sie setzten ihre Gesundheit aufs Spiel und arbeiteten in einem 43-Stunden-Dienst bei hochsommerlicher Hitze bis an die Grenze der Erschöpfung. Während des Großbrandes am 26. Juni beim Unterheinsdorfer Galvanisierer GTO hatten Helfer und Retter mehr als nur ihre Pflicht getan. Für 240 Angehörige der Feuerwehren von Heinsdorfergrund, Lengenfeld, Netzschkau, Reichenbach, des Technischen Hilfswerkes und des Deutschen Roten Kreuzes aus Reichenbach wurde deshalb am Mittwoch im Gemeindezentrum in Heinsdorfergrund eine Dankeschön-Veranstaltung ausgerichtet. Zudem wurden dabei sechs Bürgerpreise der Sparkassenstiftung vergeben.

Mehr als 30 verletzte Feuerwehr-Leute sowie eine verätzte und nicht mehr gebrauchsfähige, fast neue und 650.000 Euro teure Drehleiter gehören zu den Folgen des Großbrandes, der im Nachgang von vielen Beteiligten als Katastrophe bezeichnet wurde. Giftige Chemikalien, darunter Säuren und Laugen, wurden freigesetzt. Die Halle, die nicht durch Feuermelder gesichert war, wurde zerstört. Das Feuer sei der größte Brand einer Firma gewesen, den die Feuerwehren in Heinsdorfergrund, Reichenbach und Umgebung in den vergangenen 50 Jahren löschen mussten, hieß es.


Deutliche Worte fand Torsten Hofmann (Freie Wähler), der stellvertretende Bürgermeister der Gemeinde Heinsdorfergrund, auf deren Territorium der Brand ausbrach: "Wir müssen unsere Wehren besser auf derartige Einsätze vorbereiten. Es muss eine bessere Vernetzung mit den angesiedelten Firmen geben." Klar sei noch nicht einmal, ob die Versicherung der GTO die Aufwendungen der Rettungskräfte bezahlt. Falls nicht, bleiben die Kommunen und die Rettungsverbände auf den Kosten sitzen.

Zu den Rednern, die sich kurz fassten, gehörte auch der Sächsische Innenminister Roland Wöller (CDU). Er erhielt Beifall für die Mitteilung, dass ehrenamtliche Helfer künftig bei Krankheit nach einem Einsatz den hauptberuflichen Einsatzkräften gegenüber gleichgestellt sind. Das heißt, sie bekommen nach der sechsten Woche der Krankschreibung eine 100-prozentige Lohnfortzahlung.

Als Symbol der Unterstützung der Helfer habe Sachsen die Kampagne der blauen Helferschleife ins Leben gerufen. Eine Anstecknadel, welche die Verbundenheit der Bevölkerung mit den Ehrenamtlichen verdeutlichen soll, trug der Minister am Revers. Wöller wurde deutlich und bezog sich auf Probleme bei der Freistellung der ehrenamtlichen Helfer bei Einsätzen durch Arbeitgeber: "Die Betriebe müssen endlich realisieren, dass ihre eigene Sicherheit vom Einsatz der Feuerwehr abhängig ist." Bei einem weiteren Thema stellte sich der Minister vor die Einsatzkräfte: Pöbeleien oder tätliche Angriffe gegenüber Rettungskräften seien "ein Angriff auf uns alle und auf die Demokratie".

Der eigentliche Anlass des Abends, die Übergabe der Bürgerpreise der Sparkassenstiftung in Höhe von insgesamt 2880 Euro, folgte. Vertreter der Feuerwehren, Kommunen, THW und DRK nahmen stellvertretend für die ehrenamtlichen Helfer die Preise entgegen.

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