Nach Kritik: Pfad zum Freibad wird nachgebessert

Bürger halten den schmalen, steilen Weg für gefährlich. Jetzt soll er eine stabilere Oberfläche und einen Handlauf erhalten. Dann dürften hier auch Kinderwagen rollen können.

Mylau.

Dass wegen der Hangsanierung am einstigen Schuttplatz der Zugang zum Freibad Mylau hinter der Rollbahn gesperrt wurde, sorgt für mehr Probleme als gedacht.

Wer sein Auto auf dem Parkplatz an der Rollbahn abstellt und ins Bad möchte, muss seit voriger Woche einen Schleichweg nutzen. Er führt vom Parkplatz aus 20 Meter entlang der Lengenfelder Straße stadteinwärts. Der Weg ist mit Baugittern zur Fahrbahn abgegrenzt und mit Schildern "Zugang Bad" versehen worden. Dann geht es den schmalen gewundenen Pfad durch den Wald hinab zum alten Freibad-Eingang.

Der Weg ist zwar freigeschnitten und geschottert worden. Doch die Kritik von Bürgern ist unüberhörbar, von Senioren ebenso wie von Familien mit Kinderwagen. Der Pfad sei überaus gefährlich und mit Kinderwagen kaum passierbar.

Gunter Wolf (68) aus Mylau beispielsweise schrieb an die "Freie Presse": "Es gibt nicht einmal ein Geländer. Als Belag wurde schnell etwas Rollsplitt aufgebracht. Wer soll diesen Weg ohne Sturzgefahr begehen? Wer denkt an uns ältere Menschen? Wer hat das aus sicherheitstechnischer Sicht genehmigt?" Und zur Baumaßnahme selbst schreibt er: "Die Standfestigkeit des Hanges macht Sorgen? Seit 1965! Nun wird der Hang saniert. Warum jetzt erst und gerade zur Badesaison? Unsere Freibäder haben genug andere Probleme um zu überleben!" Mit dieser Meinung steht er nicht allein.

Die Sanierung hat der Vogtlandkreis in Auftrag gegeben. Sie soll bis November dauern. Zu Ordnung und Sicherheit fragte "Freie Presse" in der Stadtverwaltung Reichenbach nach. Dirk Postler, Persönlicher Referent des Oberbürgermeisters, erklärte, dass das Ganze am Dienstag Thema bei einer Bauberatung gewesen sei. Ergebnis: "Die Oberfläche am provisorischen Weg wird noch einmal nachgebessert." Auf dem kompletten Weg soll sogenannte Vorabsiebung aufgetragen und verdichtet werden. Dieses Material härte nach dem Einbau schnell aus und bilde aufgrund seiner hohen Feinanteile eine stabilere Oberfläche zum Begehen. Hinzu komme der stufige Einbau von Granitborden, um das starke Gefälle etwas zu entschärfen. "Bergab links wird zusätzlich ein einfacher Handlauf aus Holz eingebaut", erklärt Postler. Die Benutzung des Weges sollte dann auch gefahrlos mit einem Kinderwagen möglich sein. Die Baufirma habe eine zeitnahe Realisierung versprochen.

Alternativ könnte man vom Parkplatz aus auch rund 100 Meter auf der Lengenfelder Straße laufen und dann scharf rechts auf den asphaltierten Freibadzugang abbiegen. Aber auch das ist gefährlich. Zum Schutz der Fußgänger prüft die Stadt, ob hier kurzfristig Tempo 30 eingeführt werden kann.

Auf ein anderes Problem hat der ehemalige Mylauer Stadtrat Martin Merlack aufmerksam gemacht: Die 1895 installierte Wasserleitung aus dem Wald, die das Freibad versorgt, führe unter dem jetzt zu sanierenden Platz entlang. Er bezweifle, dass Landratsamt und Baufirma den exakten Verlauf kennen.

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