Nach Polizei-Einsätzen: OB drängt auf Lösung am Internat

Nach der Eskalation vorige Woche soll sich die Situation für Anwohner und Berufsschüler verbessern. Zum Geschehen selbst gibt es verschiedene Aussagen.

Reichenbach.

Eine Eskalation, wie es sie vorige Woche Dienstag, Mittwoch und Donnerstag in den Abend- und Nachtstunden rund um das Internat des Beruflichen Schulzentrums Reichenbach an der Moritz-Löscher-Straße gegeben hatte, soll sich nicht wiederholen.

Die Polizei, die wegen Auseinandersetzungen zwischen Internatsbewohnern und Einheimischen anrückte, sprach unter anderem von Attacken mit Eisen- und Holzstangen sowie Stein- und Flaschenwürfen. Anzeigen wegen Körperverletzung, Sachbeschädigung, schweren Landfriedensbruchs und Beleidigung wurden aufgenommen.


Oberbürgermeister Raphael Kürzinger (CDU) war am Abend des 4. Juli selbst vor Ort und suchte das Gespräch. Wie "Freie Presse" erfuhr, fand am Montag am Tisch des OB ein Gespräch zu den Vorfällen statt. Daran nahmen Vertreter des Polizeireviers Auerbach, des Internatsbetreibers, der Schulleitung der Sächsischen Kältefachschule, des Berufsschulzentrums sowie des Ordnungsamtes teil. Beraten wurde auch, wie man die Situation für Anwohner und Berufsschüler verbessern kann.

Vereinbart wurde, dass die Aufenthaltsqualität der Jugendlichen im Wohnheim verbessert werden soll. Die Raucherinsel will man von der Moritz-Löscher-Straße in den hinteren Bereich des Geländes verlegen. Zudem möchte der Wohnheimbetreiber ein stabiles Wlan-Netz einrichten und die Fernsehräume umgestalten. Bei einem Ortstermin soll geprüft werden, ob ein Aufenthaltsbereich/Grillplatz weiter entfernt von der Wohnbebauung eingerichtet werden kann und ob Sportgeräte oder kleine Anlagen für sportliche Freizeitaktivitäten auf dem Gelände gebaut oder umgebaut werden können. Die Mobile Jugendarbeit der Stadt will zu Beginn des neuen Lehrjahres den Azubis die Jugend-Angebote in Reichenbach vorstellen.

Dass Anwohner die Lärmbelästigung im Umfeld des Internats kritisieren, ist indes nicht neu. Schon kurz nach der Eröffnung 2011 trugen Bürger ihren Ärger im Rathaus vor. Zuletzt im September 2018 beim Bürgerstammtisch des OB. Von Musik aus dem Kofferraum und Partys bis in die Nacht war die Rede, und dass die Kinder nicht schlafen können. In der Folge kam die flexible Einsatzgruppe des Ordnungsamtes nach 21 Uhr zum Einsatz. "Die Jugendlichen benahmen sich nach anfänglichen Ermahnungen ordentlich", erklärt die Stadtverwaltung.

Jetzt schlug die Ruhestörung erneut Wellen. Das Geschehen selbst wird von Bürgern unterschiedlich geschildert. So heißt es, dass der Grillabend der Berufsschüler durch eine Gruppe Reichenbacher gestört worden sei, die mit Bier auf dem benachbarten Spielplatz gewesen sei. Diese wäre später mit Eisenstangen angerückt. Eine Geschädigte, deren Fenster getroffen wurde, erklärte, die Steine seien nicht für Polizisten oder deren Autos bestimmt gewesen, "sondern für die Personen, die auf der anderen Straßenseite und somit direkt unter meinem Fenster standen". Die Polizei bleibt dabei, dass auch in Richtung Polizei Steine und Flaschen flogen. Auch die Internatsfassade sei beschädigt worden.

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