Nachfahrin ergründet Fabrikanten-Geschichte

Mit Hilfe eines Historikers soll die Familiengeschichte mehrerer Gründerzeit-Unternehmer der Region aufgeschrieben werden - dazu werden Dokumente und Fotos gesucht.

Reichenbach.

Edeltraut Stöckl, in der Schweiz lebende Nachfahrin mehrerer Reichenbacher und Netzschkauer Fabrikantenfamilien, will die Geschichte von die Region über Jahrzehnte prägenden Unternehmern mit Hilfe eines Historikers aufarbeiten und möglicherweise in Buchform bringen. "Ich bin die letzte Nachfahrin, die noch direkten Kontakt mit diesen Persönlichkeiten hatte und fühle mich verpflichtet, die Geschichte dieser namhaften Unternehmen und ihrer Besitzer der Nachwelt zu erhalten", sagt die Schweizerin, die bis 1948 in Mylau und Netzschkau gelebt hat.

Dazu suchen Edeltraut Stöckl und der promovierte Historiker Matthias Donath möglicherweise in der Region in Privatbesitz befindliche Dokumente, Fotos und Unterlagen zu den Firmen. "Es könnte sein, dass mit dem Übergang der Firmen in staatliche Hände einiges vor der Vernichtung gerettet worden ist. Vielleicht ergeben sich anhand dieses Materials neue Ansätze für weitergehende Forschungen", sagt Matthias Donath, der im Vogtland als Herausgeber der "Sächsischen Heimatblätter" einen Namen hat.

Der Historiker erstellt im Auftrag der Nachfahrin eine Dokumentation, für die eventuell eine Veröffentlichung geplant ist. Edeltraut Stöckl: "Ich weiß etwa von Foto-Alben der Firma Zimmermann Kammgarnspinnerei Netzschkau, die jüngst wohl erfolglos in Norddeutschland zum Verkauf angeboten wurden. Leider habe ich zu spät davon erfahren. Wir würden uns für solche Dinge natürlich erkenntlich zeigen."

Die Suche nach Dokumenten und Informationen erstreckt sich auf folgende Firmen: Georg Schleber AG Reichenbach und Greiz (in der DDR VEB Textilveredlungswerk Reichenbach, ab 1970 Teil des VEB Vogtlandstoffe); Gebrüder Zimmermann Kammgarnspinnerei in Netzschkau-Dungersgrün (VEB Zwickauer Kammgarnspinnerei Werk Reichenbach, zuletzt Teil des VEB Vogtlandstoffe); Mechanische Wollenweberei Moritz Zimmermann & Co. in Netzschkau; Mechanische Baumwollspinnerei und Weberei Gebrüder Uebel in Netzschkau und Adorf sowie Adoros Teppichwerke Uebel OHG in Adorf, nach dem Gründer auch "Claviez" genannt (in der DDR Teil des VEB Halbmond).

Kontakt über Historiker Matthias Donath, Telefon 03521 4920796 und via Mail post@matthiasdonath.de.

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