Nachts im Museum: Aus Schrott wird ein Schmuckstück

Der Lengenfelder Förderverein hat die historische Drehleiter aus DDR-Zeiten restauriert. 500 Gäste sind voll des Lobes.

Lengenfeld.

Mit ihrer Idee, das Feuerwehrmuseum einmal im Jahr nachts zu öffnen, haben die Mitglieder des Fördervereins einen Volltreffer gelandet. Um die 500 Besucher fanden es am Sonntag spannend, die Ausstellungsstücke bei Scheinwerferbeleuchtung zu betrachten. Eines wird an so einem Tag allerdings auch klar - das Lengenfelder Feuerwehrmuseum platzt aus allen Nähten. Nicht alle Fahrzeuge kann der Museumsverein zeigen.

Die Vereinsmitglieder sind deshalb froh, dass bald die Sanierung des alten Gebäudes gegenüber dem jetzigen Museum beginnt. Dass ein paar Fahrzeuge zur Museumsnacht fehlten, fiel angesichts der Fülle gar nicht auf. Im Mittelpunkt des Interesses stand das Drehleiterfahrzeug, Baujahr 1967, das die Vereinsmitglieder in den zurückliegenden sechs Jahren originalgetreu und fahrtüchtig restauriert haben. "Der schwierigste Teil der Restaurierung war, eine Firma zu finden, welche die Leiter, die aus 8,20 Meter langen Teilen besteht, sandstrahlt. Den Rest, grundieren und lackieren, haben wir dann selbst gemacht", sagt Museumsleiter Sebastian Kirsch.

Die Arbeitsstunden haben die rund 20 Leute, die beim Restaurieren mitgeholfen haben, irgendwann aufgehört zu zählen. Sechs Jahre lang wurde jede Woche an dem Projekt gearbeitet, neben dem Job und dem Dienst bei der Wehr. Wer die Fotos von 2010 betrachtet, kann sich nur schwer vorstellen, dass es sich bei der jetzt gezeigten Drehleiter um dasselbe Exemplar handelt.

Bürgermeister Volker Bachmann (Pro Lengenfeld) zog gedanklich den Hut vor der Arbeitsleistung, die bei der aktiven Wehr gestemmt wurde. An seinen ersten Eindruck, als er das Fahrzeug unsaniert sah, kann er sich noch gut erinnern: "Das sah aus wie ein Haufen Schrott."

Der Verein profitierte vom handwerklichen Geschick seiner Akteure. "Wir haben einige nützliche Gewerke im Verein, Kfz-Schlosser, Lackierer". Aber trotzdem, so Kirsch, ist die Restaurierung eines Oldtimers noch einmal eine besondere Herausforderung. "Wir können uns Rat und Hilfe holen im Netzwerk der Arbeitsgemeinschaft Deutsche Feuerwehrmuseen. Wir gehören mit 15 anderen Museen zur Regionalgruppe Ost", erklärt der Museumschef. Wichtig war dem jungen Team, dass die restaurierte Drehleiter auch fahrtüchtig ist. "Im Vogtland legen wir viel Wert darauf, dass Oldtimer auch fahren können. Das ist auch das Anliegen des Referates Historik im Kreisfeuerwehrverband", sagt Kirsch, der auch dessen Vorsitzender ist.

Nach Abschluss der Restaurierung wollen sich die Mitglieder vorerst dem Erhalt der schon vorhandenen Technik widmen. "Bei den alten Fahrzeugen fallen auch immer wieder Reparaturen an, um die wir uns kümmern müssen. Da demnächst bald der Umzug ins neue Objekt bevorsteht, wollen wir jetzt erst mal keine großen Projekte in Angriff nehmen", betont Sebastian Kirsch.

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