Närrische Witze nach allen Seiten

Sowohl in Lengenfeld selbst als auch im Ortsteil Irfersgrün begann am Wochenende die fünfte Jahreszeit. Beide Vereine legten einen tollen Start hin - und beide machten es völlig anders.

Irfersgrün.

Den Faschingsauftakt in Irfersgrün nutzten die Narren vom Irfersgrüner Carneval Verein (ICV) am Samstagabend im Rittergutssaal, um gleich bei ihrer ersten Abendveranstaltung zu Höchstform aufzulaufen. Das Motto der diesjährigen Saison "Good Evening ICV. In England ruft man jetzt Helau" bietet aus aktuellem Brexit-Anlass und auch sonst jede Menge Pulver, mit dem sich wunderbar schießen lässt.

Dazu hatten sich die Narren illustre Akteure eingeladen. Der ehemalige Ortspfarrer, Faschingsvereinsmitglied Frank Pauli, zog tüchtig vom Leder und erklärte schon einmal, worum es in den nächsten Monaten geht: "Wir feiern das Leben, die Liebe und den Suff und hör'n erst am Aschermittwoch wieder uff." Bürgermeister Volker Bachmann, für jede Faschings-Blödelei zu haben, stand im wadenlangen blauen Kostüm, Nylonstrumpfhose, Handtasche und graugelockter Perücke als Queen Elisabeth auf der Bühne, um dem Faschingsverein den symbolischen Rathaushausschlüssel zu übergeben. Derbe Witze sind auch seine Spezialität: "Ich musste erst mal überlegen, ob man die Strumpfhose über oder unter den Schlüpfer zieht." Wofür er sich entschieden hatte, blieb offen.

Blödel-Stress hatte er an diesem Abend definitiv. Denn kaum war das Programm in Irfersgrün in vollem Gange, musste der Stadtchef die Bühne wechseln, denn auch in Lengenfeld feierte der Carneval Club den Saisonauftakt. Mit dem Queen-Kostüm hätte der Stadtchef dort allerdings das Thema des Abends verfehlt, denn die Lengenfelder feierten eine Halloween-Party.

Die Irfersgrüner dagegen hatten anderes im Sinn. Sie gingen auf Fuchsjagd. Mit einem Holzsteckenpferd, im roten Jagdrock, der Queen im Wagen, gezogen von Maskottchen Kuh Elsa erlegten sie einen Kasten Bier, warfen die Zöpfe von Greta auf den Boden: "erledigt", überbrachten der Queen das Fell der Kuh, die dem Übereifer der Herren zum Opfer fiel und auch tatsächlich einen plattgedrückten Fuchs.

Mit sichtlicher Spielfreude brachte die Faschingspolizei den Saal zum Lachen. Die Old-Ladies bereicherte das Programm mit einem Englisch-Anfängerkurs der Volkshochschule, um die Verdenglischung der deutschen Sprache auf die Schippe zu nehmen. Die Lacher auf seiner Seite hatte Marius (9) mit einer kleinen Goldkrone auf dem Kopf, der erklärte, was er machen würde, wenn er König von Irf und Lengenfeld wäre: die Irfersgrüner alle Fußballspiele gegen Lengenfeld gewinnen lassen und dafür sorgen, dass der Bürgermeister den Narren endlich das Kulturhaus schenkt.

Auch das Bühnenbild war ein Hingucker: ein rotes Telefonhäuschen, das auch als Eingang zur Bühne diente, ein etwas windschiefer Big Ben, gegenüber ein stilechter Pub, aus dem die Narren einen Papperla-Pub machten. Kristin Forbriger ist die neue Bühnenbildnerin des Vereins und lieferte gleich zur Premiere ihr Meisterstück ab. Am Faschingshimmel, also an der Decke des Rittergutssaales, hängen dieses Jahr lauter Schirme "falls es reinregnet", so Moderator Jens Schubert.

Komplett sei die Dekoration des Saales noch nicht, so Rico Schubert vom Elferrat. "Aber bis zur Saison im Januar ist dann alles fertig", ist sich der junge Mann sicher. Er gehört zu den jüngsten und neuen Mitgliedern des Elferrates, der nach der Wahl am Gründonnerstag einen personellen Wechsel erfuhr und außerdem Marcel Berger und Mario Horn in seinen Reihen aufnahm.

Service: In Irfersgrüner dreht der Fasching am 18. Januar mit der Abendveranstaltung erneut richtig auf. Der Kartenvorverkauf läuft bereits.

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