Naschfabrik baut neue Halle

Waffeln und Wellen - bei Nawarra in Mylau gibt es Leckereien aller Art. Das Geschäft brummt. Und es soll noch mehr brummen.

Mylau.

Wenn es für Süßmäulchen ein gelobtes Land gibt, dann liegt es genau hier: Hunderte und Aberhunderte von weißen Schaumküssen fahren in der Produktionshalle der Mylauer Firma Nawarra in Reih und Glied über das Förderband Richtung Schokodusche. Danach geht's für die jetzt schwarzen Leckereien weiter Richtung Packstation, wo sie in Eimern gestapelt werden. Am Band nebenan funktioniert es bei den Schlemmerschaumwellen ähnlich.

Seit dem Jahr 2005 werden am Robert-Georgi-Weg in Mylau Süßwaren aller Art hergestellt - weil der frühere Firmensitz in Netzschkau zu klein geworden war. Das Geschäft brummt. "Wir kommen kaum noch hinterher", sagt Betriebsleiter Frank Sommer. Das ist toll. Aber wenn der Ausnahmezustand zur Normalität wird, ist das auf Dauer nicht gesund für ein Unternehmen. "Deshalb wollen wir unsere Produktion ausbauen", kündigt Sommer an. Nawarra will rund 500 Meter vom jetzigen Standort entfernt in der Nähe der Göltzschtalbrücke eine zweite Produktionsstätte errichten. "Noch lieber würden wir nebenan auf dem Gelände des ehemaligen Aldimarkts bauen", so der Betriebsleiter. "Aber der Preis für das Grundstück ist viel zu hoch."

Auf dem Grundstück an der Brücke geht es aber auch. Wann der Grundstein gelegt wird, wie groß die neue Halle sein soll und was das Ganze am Ende kostet - all diese Fragen kann Sommer selbst noch nicht beantworten. Die Planungen haben gerade erst begonnen. "Im Augenblick steht noch nicht einmal fest, ob wir künftig von unseren jetzigen Waren mehr herstellen oder ob es neue Produkte geben wird", sagt Sommer.

Aber so oder so - zusätzliches Personal braucht die Mylauer Süßwarenfabrik in jedem Fall. Das ist gar nicht so einfach. Die Anforderungen an die künftigen Mitarbeiter sind hoch. Dabei legt man bei dem Unternehmen gar nicht mal auf einen bestimmten Abschluss wert. Den "Facharbeiter für Süßwarenproduktion" gibt es ohnehin nicht. "Unsere Leute müssen aber ein hohes Maß an Verantwortungsgefühl mitbringen" sagt der Betriebsleiter. "Denn was wir produzieren, wird von anderen gegessen." Tätigkeiten wie Eiweiß aufschlagen und Ähnliches seien nun einmal ein sensibler Bereich, bei dem Hygiene das A und O ist.

Dafür wartet auf die Süßmäulchen unter den Mitarbeitern ein ganz besonders verlockendes Extra: Produkte, die optisch nicht perfekt geworden sind, werden bei Nawarra zum Naschen freigegeben. Aber mag man wirklich zugreifen, wenn man die Köstlichkeiten ständig vor Augen hat - und vor der Nase? Produktionsleiterin Petra Trentzsch schmunzelt. "Ich persönlich mache mir tatsächlich wenig daraus", gibt sie zu. "Aber wir haben langjährige Mitarbeiter, die immer noch gern unsere Süßigkeiten naschen."

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