Natur inspiriert zu Kunst

Das Neuberin-Museum Reichenbach erinnert an den 2014 verstorbenen Maler und Grafiker Günter Weiß. Anlass gibt sein 80. Geburtstag.

Reichenbach.

Im Foyer des Neuberin-Museums sind aktuell sechs Grafiken des Malers und Grafikers Günter Weiß zu sehen. "Im Stadtpark", "Am Rande Reichenbachs", "Gartentreppe", "Blick vom Wasserturm", "Gartenschaugelände" und "Kirche in Reichenbach" sind sie betitelt. Anlass gibt der 80. Geburtstag des Künstlers, der am 21. September 1940 in Brunn bei Reichenbach geboren wurde und am 6. November 2014 in Oelsnitz/Vogtland verstarb.

"Wir haben ausschließlich Kaltnadelradierungen ausgewählt und stellen flankierend diese Technik näher vor", erklärt Museumsmitarbeiterin Grit Otto.

Hannelore Weiß, die Witwe des Künstlers, die am Dienstag mit ihrem Großcousin das Museum besuchte, freute sich über die Ehrung ihres Mannes. Die Mehrzahl der jetzt ausgestellten Grafiken sei bei einem Symposium des Bundes Bildender Künstler Vogtland entstanden, wusste sie zu berichten. "Zum Neuberin-Museum hatte mein Mann eine besondere Verbindung. Hier fand vor 60 Jahren auch seine allererste Ausstellung statt", sagte sie. 2015 hatte Hannelore Weiß den Kunstsammlungen Reichenbach 95 Werke in verschiedensten Techniken aus dem Nachlass geschenkt.

Günter Weiß, der als einer der bedeutendsten Gegenwartskünstler im Vogtlands gilt, liebte die Ruhe, die Ursprünglichkeit und Unerschöpflichkeit der Natur, die ihn immer wieder zu seiner Kunst inspirierte. Unter den mehr als 1000 Arbeiten finden sich neben Motiven aus dem Vogtland auch solche aus der Provence, Ägypten, Island, Norwegen und der Ostseeküste.

In Brunn bei Reichenbach als Sohn eines Eisenbahners geboren, war Günter Weiß bereits in seiner Jugend künstlerisch tätig. Der gelernte Holzmaler studierte an der Fachschule für Angewandte Kunst in Magdeburg, absolvierte ein pädagogisches Fernstudium an der TU Dresden und ein Fernstudium zum Diplom-Designer an der Fachschule für Werbung und Gestaltung Berlin. 1965 bis 2000 war er Berufsschullehrer in Schwarzenberg und Oelsnitz, ab dem Jahr 2000 dann freischaffend künstlerisch tätig.

Einige der jetzt ausgestellten Druckgrafiken können Interessenten auch im Museum erwerben.

Die Mini-Schau im Foyer soll auch während der am 11. September beginnenden Sonderausstellung, "High Hopes - Große Hoffnungen", die dem 2010 verstorbenen Künstler Steffen Bauer gewidmet ist, zu sehen bleiben. Das sagte Museumsleiterin Martina Bundszus zu. Bauer und Weiß waren übrigens beide im von Jürgen Adler geleiteten Förderstudio für Malerei und Grafik im Vogtland aktiv.

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