Netzschkauer uneins über die Zukunft der Bahnunterführung

Erhalt und Neubau der Abdeckung an der Schützenstraße kosten Geld, das noch nicht vorhanden ist. Zudem schlagen oft Vandalen zu. Nun wurde der Wunsch nach mehr Zivilcourage laut.

Netzschkau.

Die Stadträte von Netzschkau haben in ihrer Sitzung die Varianten Sanierung oder Neubau des Überbaus der kleinen Unterführung an der Schützenstraße abgewogen: Nach einem Vor-Ort-Termin des städtischen Technischen Ausschuss im Sommer hatte die Stadtverwaltung mehrere Varianten ausgearbeitet und Kostenschätzungen vorgelegt.

Die billigste Variante wäre der Abbruch und das Anbringen eines Geländers, kam dabei heraus. Selbst beim Abbruch durch den Bauhof seien knapp 7000 Euro notwendig. Bauamtsmitarbeiter Steffen Kölbel wies darauf hin, dass bei dieser Variante die Unterführung im Winter gesperrt werden muss. Die Kosten für einen Neubau eines Häuschens werden je nach Dacheindeckung auf 21.600 bis 23.600 Euro geschätzt. Da die Stadt Netzschkau einen bestätigten Doppelhaushalt für die Jahre 2019/20 hat, kommt ein Bauvorhaben erst ab 2021 infrage. Bürgermeister Mike Purfürst (Gewerbeverein) sprach sich für eine Bürgerbeteiligung aus.

Die Meinungen der Stadträte zum Abriss oder Neubau waren geteilt. Während einige auf Vandalismus und damit zu erwartende Zerstörungen auch an einem Neubau hinwiesen, wollen andere die Unterführung erhalten. Die Stadtverwaltung wurde gebeten, Fördermöglichkeiten zu prüfen. Das soll erfolgen. Allerdings nannte der Bürgermeister ein Problem: Das Bauwerk befindet sich nicht im Eigentum der Stadt. Ein Vorstoß in Richtung Bahn und Landkreis, sich an der Erhaltung und Pflege zu beteiligen, blieb nach Aussage des Bürgermeisters erfolglos. Beide hätten zugesichert, dass die Stadt dort abreißen oder neu bauen kann, allerdings ohne Beteiligung der Grundstückseigentümer.

Die Unterführung ist die kürzeste Fußgängerverbindung zwischen den Bereichen oberhalb der Bahnlinie und dem Stadtzentrum. Sie wird vor allem von älteren Bürgern und Schulkindern gern genutzt. Der Überbau besteht aus einem überdachten Holzbau mit eingesetzten Glasscheiben, der die Treppe und den Durchgang schützt. Er ist immer wieder von Vandalismus betroffen und aufgrund des Alters und der Schäden nur mit großem Aufwand zu erhalten. Neben Schmierereien sind häufig kaputte Scheiben die Folge. Die Stadtverwaltung hat mehrfach Reparaturen vorgenommen.

Vandalismus und Verrohung erweisen sich erneut als ein großes Probleme in der Schlossstadt. Die beschmierte Video- und Klingelanlage an der Schule sei nur ein Beispiel. Purfürst sprach von umgeknickten Verkehrsschildern in der Woche zuvor. Zu denken gaben ihm auch die Vorfälle beim Oktoberfest in Brockau, wo es einen Verletzten durch fliegende Maßkrüge gab. Ein anderer Besucher hätte sich mittels Gewalt einen Platz in einem bestellten Taxi verschafft und den eigentlichen Fahrgast so weggedrängt. Der Bürgermeister wünscht sich mehr Gemeinschaft und Zivilcourage. Gerade bei Schülern seien oft die Eltern das Problem, die ihre schützenden Hände über ihre Zöglinge legen.

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