Netzschkauerin jetzt Königin Tina I.

Die Stadt hat nicht nur ein Schloss, sondern nun auch eine Majestät. Beim Blütenfest in der Partnerstadt Rosbach wurde sie ganz demokratisch gewählt.

Netzschkau / Rosbach.

Vor 74 Jahren ist die letzte Netzschkauer Gräfin verstorben. Jetzt hat die Schlossstadt sogar eine Königin: Beim Blütenball in Netzschkaus Partnerstadt Rosbach vor der Höhe wurde Tina Hösel als Tina I. zur Königin der Städtepartnerschaft zwischen dem hessischen und dem vogtländischen Ort gekrönt.

Die Inthronisierung geht auf eine Idee zurück, die beim Besuch von Rosbachern zur Netzschkauer Schlossweihnacht vor zwei Jahren entstand. Damals hatten die Rosbacher ihre Blütenkönigin Bianca I. mitgebracht, die sich auch im Schloss umschaute. Rosbachs Bürgermeister Thomas Alber hatte damals festgestellt: "Wir haben eine Königin ..." Netzschkaus Bürgermeister Mike Purfürst (Gewerbeverein) ergänzte: "... und wir ein Schloss." Seitdem geisterte der komplette Satz durch viele Köpfe, die sich Gedanken um die innerdeutsche Städteverbindung machten. Zur Schlossweihnacht im vorigen Jahr wurde das Thema erneut aufgegriffen. Netzschkaus Weihnachtsengel Tina Hösel, Geschäftsführerin des Pflegedienstes Pflege Daheim, war sofort Feuer und Flamme. Im maßgeschneiderten Kleid, das die Netzschkauer Stadtfarben und das -wappen symbolisierte, stand sie nun am Samstag auf der Bühne der Adolf-Reichwein-Halle Rosbach. Rosbachs Bürgermeister lud seine Bürger ein, in diesem Jahr mit zur Schlossweihnacht zu fahren: "Weihnachten hat ja etwas mit Geburt zu tun. Die Schlossweihnacht in Netzschkau war die Geburt einer Königin. Tina I. residiert in einem Schloss. Reisen Sie ins Vogtland und begehren Sie dort Einlass."

Die Vorbereitungen für die Bustour laufen bereits. "Verantwortung übernehmen, zusammenwachsen. Für gelebte Städtepartnerschaft stehe ich nun vor Ihnen", sagte die Partnerstadt-Königin in ihrer Antrittsrede. Sie erinnerte daran, dass Kaiser Karl III. im Jahr 884 Verantwortung übernahm, indem er Rosbacher Land an das Kloster Fulda schenkte, so wie Caspar Metzsch sich 1491 das Ziel setzte, Netzschkau in den Rang einer Stadt zu heben.

Beide Orte entwickelten sich und wurden im Laufe der Jahre zu Wirtschaftsstandorten. Zusammen kamen sie, als die Bürgermeister von Rosbach und Netzschkau 1990 die Städtepartnerschaft begründeten, die durch ihre aktuellen Nachfolger 2015 erneuert wurde. Tina Hösel: "Durch gemeinsame Wertevorstellungen können wir unsere Kontakte wie in einer Freundschaft hegen und pflegen. Dass es im Wohngebiet Die Sang eine Netzschkauer Straße geben wird und in Netzschkau ein Rosbacher Kirschbaum blüht, ist Ausdruck und Ergebnis gemeinsamer Ziele." Sie forderte auf: "Lassen sie uns weiter zusammenrücken und diese Welt mit all ihren Facetten ein wenig lebenswerter machen."

Im Verlauf des Abends wurde die Blütenkönigin Kristina II. verabschiedet und Jana I. gekrönt. Netzschkaus Bürgermeister gehörte zu den ersten Gratulanten. Er war mit einer 15-köpfigen Delegation in die Partnerstadt gereist. Am Sonntag fuhren Tina I. und Netzschkaus Stadtoberhaupt mit Gattin beim Oldtimer-Korso mit, Tina Hösel mit Rosbachs Bürgermeister auf dem Motorrad, Mike und Jana Purfürst in einem Straßenkreuzer. Mit ihnen kamen verschiedene hessische Hoheiten, die beim Blütenfest genauso wie die neue Blütenkönigin vorgestellt wurden.

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