Neue Gesichter im Park und am Markt

Der Rodewischer Softeis-König Jürgen Buchwald erobert jetzt auch Reichenbach. Als neuer Betreiber der Tramway und mit einem Eiswagen am Markt: "Es läuft gut an."

Softeis-König Jürgen Buchwald: "Ich hatte Reichenbach schon länger im Blick." Die Tramway im gut besuchten Park der Generationen ist für ihn ein idealer Standort.
Sorgt am Markt für Genuss: Dieter Groß im mobilen Eiswagen, der auch auf vielen Festen der Region nicht fehlt.

Für Sie berichtet: Gerd Möckel

Der Schritt nach Reichenbach war für Jürgen Buchwald irgendwie logisch. Schon seit drei, vier Jahren nämlich lief der Softeis-Verkauf in der seinerzeit nicht gerade mit Eisangeboten überhäuften Stadt sehr gut. Mit seinem mobilen Eiswagen war der Unternehmer Gast fast aller Veranstaltungen. "Reichenbach war dabei schnell ein wichtiger Punkt in meiner Kalkulation, die Softeis-Nachfrage hier ist groß", erzählt der 63-Jährige, der seit mehr als 30 Jahren den legendären Eiswagen auf dem Rodewischer Anger betreibt und hinter vorgehaltener Hand als Softeis-König des Vogtlandes bezeichnet wird.

Jetzt erobert der Auerbacher auch Reichenbach. Den im Vorjahr gestarteten Tramway-Imbiss im Park der Generationen betreibt der Auerbacher seit einiger Zeit genauso wie den mobilen Soft-Eiswagen, der immer Dienstag und Donnerstag auf dem Markt Station macht. "Beides läuft gut an, wenn auch die jetzigen Temperaturen nicht für Spitzenbesuch an der Tramway sorgen", erzählt Jürgen Buchwald. Dennoch zieht das dort veränderte Angebot. Statt wie Tramway-Vorgänger Carsten Beck auf Burger und Hotdogs setzt der Softeis-König (natürlich) auf Eis, Kaffeespezialitäten, ein kleines Imbissangebot und ausgewählte Getränke unter anderem mit Cuba Libre und Cola Slush.

Ursprünglich hatte Jürgen Buchwald für die Eroberung Reichenbachs die dank der Pop-up-Initiative von Ralf Schaller aus ihrem Dornröschenschlaf erwachende Zenkergasse im Visier. Dort wollte der Gastronom einen Eisladen aufmachen. Doch da es parallel inzwischen verwirklichte Absichten eines anderen Anbieters gab, nahm der Auerbacher Abstand. "Zwei Eisläden, das hätte nicht funktioniert." So kam es über eine Vermittlung von Gewerbeverein und Stadt zur Pacht des im Vorjahr mit viel Aufsehen im Park installierten Waggon-Imbisses. Anders als vom Vorgänger praktiziert wird dort jetzt ohne Ruhetag wetterabhängig von 12 bis 18 Uhr verkauft. "Als Gastronom nützen dir feste Ruhetage nicht. Da kann dann der Park voll sein, während am nächsten Tag das Wetter nicht passt. Dann hast du auf und stehst da", sagt einer, der sein Handwerk als Quereinsteiger gelernt hat.

Jürgen Buchwald hatte zu DDR-Zeiten als Kühlanlagen-Monteur die Eismaschinen der Region repariert. "So bin ich in die Branche reingekommen." Allerdings nicht, ohne einige Hürden nehmen zu müssen. Sogar eine Eingabe an den Staatsrat der DDR, Auseinandersetzungen mit den lokalen SED-Fürsten und seinem Betrieb, der ihn nicht freigeben wollte, waren nötig. Schließlich konnte das Ehepaar Buchwald 1987 am Rodewischer Anger durchstarten - in dem Eiswagen, der dort bereits mehr als 20 Jahre vorher von der Eibenstocker Eiskönig-Dynastie Unger aufgestellt worden war.

In Sachen Soft-Eis gilt Jürgen Buchwald als Branchenprimus. Fünf Fruchtsorten im Wechsel bietet er an, der Renner ist nach wie vor Schoko-Vanille. Abstriche an Qualität und Geschmack gibt es keine. Das liest sich auch daran ab: Kommt eine neue Eismaschine zum Einsatz, braucht der Experte bis zu zwei Wochen, ehe es wieder so schmeckt wie es schmecken soll.

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