Neue Goldsucherstimmung am Raumbach

Firmen suchen derzeit im Vogtland nach wertvollen Rohstoffen, die in Zukunftstechnologien eine Rolle spielen. Auch ein Bach bei Heinsdorfergrund rückt in den Blick.

Heinsdorfergrund/Plauen.

In vier Gebieten suchen Firmen derzeit im Vogtland nach wirtschaftlich abbaubaren Bodenschätzen, so bei Oelsnitz, Eichigt, Klingenthal und Gottesberg. Ein weiteres Projekt, Wistamerz, umfasst das gesamte Vogtland und große Teile des Erzgebirges. Die Aktivitäten haben das Auffinden von Edelmetallen, Metallen, seltenen Erden und Halbmetallen zum Ziel. Besonders die Halbmetalle und seltenen Erden sind für Hochtechnologien der Zukunft von Bedeutung und auf dem Weltmarkt heiß begehrt.

Zu den interessanten und auch untersuchten Bächen zählt laut Auskunft von Enrico Kallmeier, des Projektleiters von Wistamerz bei der Firma Beak Consult, der Raumbach in Heinsdorfergrund. Am Raumbach seien zu früheren Zeiten Goldsucher unterwegs gewesen. Das lasse sich noch heute an Überresten von gewaschenen Sedimenten am Rand erkennen. Dass der Raumbach in das Blickfeld gerückt ist, kann sich Sven Kreher vom privaten Goldmuseum Buchwald gut vorstellen. "Der Raumbach entspringt einem ehemaligen Vulkanschlot in der Nähe von Ebersbrunn und Voigtsgrün. Die in der Göltzsch gefundenen Zirkone hat der Raumbach dorthin gespült. Zirkone enthalten die begehrten seltenen Erden." Hilfreich sei auch das Buch "Gold im Vogtland" des Thüringer Geologen Markus Schade. Im Rahmen des Projektes Wistamerz wird allerdings vorerst nur Grundlagenforschung betrieben, die noch keine wirtschaftlichen Ergebnisse liefert. Dazu seien weitere Schritte nach Auswertung der Daten erforderlich, so Enrico Kallmeier, der bei Beak Consultant für das Projekt verantwortlich ist. Im Untersuchungsgebiet ist die Firma Beak Consultant Freiberg mit weiteren Projektpartnern aktiv. Diese interessieren sich beispielsweise auch für Wolfram, Antimon, Schwerspat, Beryllium, Blei, Bor, Kadmium, Eisen, Flussspat, Gold, Molybdän, Silber, Vanadium, Wismut, Zink und Zirkonium. Das Untersuchungsfeld umfasst eine Fläche von 5000 Quadratkilometern. Der Projektname Wistamerz leitet sich ab aus der Aufgabenstellung: "Prognose wirtschaftsstrategischer Hochtechnologiemetalle am Beispiel des Erzgebirges". Das Projekt startete 2015 und sollte Ende 2018 auslaufen. "Es gab Verzögerungen bei den Probennahmen. Deshalb wurde Wistamerz bis Mitte 2019 verlängert." 4000 Probenahmen seien im Gesamtzeitraum vorgesehen.

"Wir entnehmen aus Bächen ein Kilogramm Sediment. 500 Gramm kommen zur Analyse ins Labor, die anderen 500 Gramm archivieren wir", so Kallmeier. Interessant seien Bäche mit einem Einzugsgebiet von etwa einem Quadratkilometer. So lassen sich die vorgefundenen Substanzen einem bestimmten Gebiet zuordnen. Flüsse wie die Göltzsch seien für Wistamerz jedoch uninteressant. "Dort vermischt sich zu viel", so Kallmeier.


Bodenschätzen auf der Spur

Über bergbauliche Aktivitäten im Vogtland und in Sachsen wacht das Oberbergamt Freiberg, das Erlaubnisse erteilt. Diese heißen im Fachjargon Lizenzen. 21 derartige Bergbauberechtigungen hat das Oberbergamt laut Auskunft seines Leiters, Oberberghauptmann Bernhard Cramer, derzeit vergeben, darunter eine Erlaubnis an der sächsisch-thüringischen Landesgrenze. Zwischen Greiz und Schleiz sucht die Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe Hannover gemeinsam mit Partnern nach dem Rohstoff Antimonit, der als besonders selten gilt und für Legierungen und Flammschutzmittel Verwendung findet.

Bei den Thüringer Nachbarn kommt bei dem Projekt Desmex ein Hubschrauber zum Einsatz, der Messinstrumente mitführt. Unter anderem sollen elektromagnetische Messungen die Leitfähigkeit von Gesteinsschichten im Untergrund erfassen.

Das Vogtland und andere Teile Sachsens sind für weltweit agierende Bergbauunternehmen attraktiv. In einem Gebiet um Eichigt sucht die 2017 gegründete Firma Trilithium Erzgebirge GmbH München seit Dezember 2017 laut Auskunft des Oberbergamtes nach Beryllium, Blei, Bor, Caesium, Germanium, Gold, Indium und einem knappen Dutzend weiterer Rohstoffe. Laut Handelsregister verfolgt das in Bayern ansässige Unternehmen den Erwerb und die Entwicklung von Bergbauprojekten. Die Trilithium Erzgebirge GmbH ist eine 100-prozentige Tochter eines australischen Bergbauunternehmens, der Lithium Australia, die Lizenzen für zwei weitere Bergbauprojekte in Sachsen erworben hat. www.vogtlandgold.de

www.wirtschaft-in-sachsen.de

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