Neue Kita in Neumark: Zeitkapsel für die Nachgeborenen

Öffnet künftig jemand den Behälter im Grundstein des Kindergarten-Neubaus in Neumark, sind die heutigen Kinder sicher schon groß. Dann haben sie ihrem Nachwuchs etwas zu erzählen.

Neumark.

Die Kinder der Kita "Zwergenland" in Neumark waren am gestrigen Donnerstag spürbar aufgeregt: Denn sie durften bei der Grundsteinlegung für den Neubau ihres Kindergartens dabei sein. Auf dem Gelände des Sportplatzes entsteht ein Ersatz für ihre alte Villa an der Talstraße. Mit dem Lied von den fleißigen Handwerkern und "Ich kenne ein Haus" zeigten sie ihre Freude über den Neubau. Das künftige Gebäude soll verbesserte Bedingungen für die Kinder und das Personal bringen und die Einhaltung gegenwärtig geltender Gesetze und Verordnungen unter anderem in Sachen Brandschutz ermöglichen.

Der Bürgermeister sagte, dass die Gemeinde Neumark gut aufgestellt sei, was den Nachwuchs betrifft. Es gibt drei kommunale Kindergärten, einen Hort, Spielplätze und eine Skateranlage, eine Grundschule, eine Oberschule, ein Freibad, Sportvereine und Arbeitsplätze. In Sachen Bevölkerungsentwicklung liege Neumark in der sächsischen Statistik auf Platz zwei hinter Plauen, so der Bürgermeister. "Eine Gemeinde mit Kindern ist eine Gemeinde mit Zukunft. Bei uns lässt sich gut arbeiten und leben", ist er sicher.

Mit Argusaugen verfolgten die Kinder, was vom Bürgermeister in die Kapsel befördert wurde. Ein Packen Zeichnungen der Kinder war darunter sowie Baudokumente und das neuste Amtsblatt. "Wenn unsere Nachfahren die Kapsel öffnen, gibt es die gedruckte Variante der ,Freien Presse' wahrscheinlich nicht mehr", kommentierte der Bürgermeister die aktuelle Ausgabe der Tageszeitung. "Über die gerade geltende Corona-Verordnung des Freistaates werden sie vielleicht lachen", fügte er an. Die Kinder hingegen lachten, als Köpp sein "Taschengeld" hervorkramte und in die Metallhülse fallen ließ. Dann wurde die Kapsel durch Polier Ralf Seumel von Bittermann-Bau verschlossen. Einige der mit Helm und Weste bekleideten Kinder durften sie mit Mörtel bedecken, bevor der Bürgermeister, die Architektin Juliane Gaudlitz-Holz von HSP Zwickau und Beigeordneter Uwe Drechsel vom Landratsamt des Vogtlandkreises jeweils drei Hammerschläge auf den Grundstein setzten. Drechsel hatte den Kindern zuvor erklärt, dass dieser Grundstein ein uralter Brauch ist, um Geister zu vertreiben. Beim jetzigen Gebäude seien das der Brandschutzteufel und der Betriebserlaubnisgeist, die über der alten Villa schwebten.

Eine Machbarkeitsstudie hatte ergeben, dass die Sanierung unwirtschaftlich sei. Deshalb wurde die Entscheidung für den Neubau getroffen, den Köpp als einen der modernsten in Sachsen bezeichnete.

Die Architektin: "Die Wünsche und die Erwartungshaltung an Architekten verlangen immer ein hohes Maß an Kreativität. Das kommt weniger im Erscheinungsbild als im Raumkonzept zum Ausdruck." Der Flachbau für 102 Kinder ist mit mehreren Ausgängen ins Freie ausgestattet. Die Räume können flexibel für kleinere Gruppen oder größere Aktivitäten im Gemeinschaftsraum genutzt werden. Anders als in den meisten Kommunen der Region betreibt die Gemeinde Neumark ihre Kindereinrichtungen selbst und hat die Kinderbetreuung nicht an freie Träger übergeben.

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