Neue Reichenbacher Drehleiter ist die siebte in über 150 Jahren

Freitagabend wurde das Fahrzeug in der Feuerwache Reichenbach in Dienst gestellt. Das schönste Geschenk kam vom THW.

Reichenbach.

Großer Bahnhof am Freitag bei der Feuerwehr Reichenbach. Auf dem Hof der Feuerwache an der Schlachthofstraße drängten sich in der Abendkälte Feuerwehrleute, Stadträte und Gäste, um die neue Gelenkdrehleiter der Firma Magirius in Dienst zu stellen.

Die Drehleiter vom Typ M 32 L-AT ersetzt die alte Leiter von 1998 und hat 675.100 Euro gekostet. Sie hat eine maximale Rettungshöhe von 30 Metern, ein um 75 Grad drehbares Leiteroberteil, einen 1,80 Meter langen abwinkelbaren Teleskop-Gelenkarm. Dieser eignet sich besser für den Rettungseinsatz an Fenstern oder Dachgauben. Die Leiter hat eine umfangreiche Sicherheitsausstattung, so einen elektrisch betriebenen Lüfter zur Rauchfreihaltung von Rettungswegen. Montiert ist sie auf einem Fahrzeug der Marke Mercedes Benz.

Stadtwehrleiter Thomas Weck erinnerte daran, dass die neue Drehleiter die insgesamt siebte seit mehr als 150 Jahren in der Reichenbacher Feuerwehr ist. Los ging es 1868 mit der ersten mechanischen Leiter vom Typ Magirius. 1924 folgte die erste Motordrehleiter, ebenfalls vom Typ Magirius; sie wurde 1946 der Berufsfeuerwehr Plauen unterstellt. Erst 1962 erhielt Reichenbach wieder eine Motordrehleiter älteren Typs, die schon nach wenigen Jahren ersetzt werden musste. Eine gebrauchte Motordrehleiter vom Typ Metz, Baujahr 1936, folgte und war bis 1976 im Dienst. Sechs Jahre später, im Oktober 1982, hielt eine fabrikneue Motordrehleiter vom Typ W 50 mit einer Steighöhe von 30 Metern Einzug. Sie wurde im August 1998 von einer neuen Drehleiter vom Typ Magirius ersetzt; sie war damals die erste Gelenkarmleiter einer freiwilligen Feuerwehr in Sachsen. Die beiden letztgenannten flankierten am Freitagabend das nagelneue Drehleiterauto, das mit Blaulicht und Tatütata anrollte und die Leiter ausfuhr. Am 20. November 2019 wurde es aus Ulm abgeholt, seither absolvierten die Reichenbacher Kameraden Schulungen am Fahrzeug.

Thomas Weck dankte allen, die bei der Beschaffung mitgewirkt haben. Ein Vertreter von Magirius übergab symbolisch den Fahrzeugschlüssel an Oberbürgermeister Raphael Kürzinger (CDU), nicht ohne "Allzeit gute Fahrt" und stets eine gesunde Rückkehr vom Einsatz gewünscht zu haben. Kürzinger, der die Bedeutung der Feuerwehr hervorhob, gab den Schlüssel an Weck weiter. Landtagsabgeordneter Stephan Hösl (CDU) erinnerte an 438.000 Euro Fördermittel durch den Freistaat Sachsen. Der stellvertretende Kreisbrandmeister Patrick Heinritz verwies auch auf 47.000 Euro vom Vogtlandkreis, lobte Begeisterung, Teamgeist und Kameradschaft der Reichenbacher Wehr und übergab einen Gutschein sowie etwas Öl für die Leiter. Linken-Stadtrat Henry Ruß überreichte 100 Euro an den Feuerwehr-Traditionsverein.

Auch die weiteren Gratulanten hatten kleine Geschenke dabei: die Feuerwehren Lengenfeld, Markneukirchen, Netzschkau, Limbach, Neumark, Greiz und Heinsdorfergrund, die DRK-Rettungswache Reichenbach sowie der DRK-Kreisverband Vogtland/Reichenbach inklusive der Ortsverbände Lengenfeld und Mylau. Am meisten beklatscht aber wurde das Geschenk vom THW: "Wir grillen für euch. Mit Essen und Trinken zu einem Termin eurer Wahl", verkündete Mario Duda. Gefeiert wurde danach mit allen Gästen in der Feuerwache.

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