Neuer Pflegedirektor sucht noch Kollegen

Matthias Mielke hat vor kurzem mit seine Tätigkeit bei der Paracelsus-Klinik Reichenbach begonnen. Er meint: "Pflege, das kann nicht jeder."

Reichenbach.

Mit den Feinheiten der vogtländischen Sprache hapert es bei Matthias Mielke noch. Doch die will sich der neue Pflegedirektor der Paracelsus-Klinik Reichenbach rasch aneignen. Denn ohne geht es nicht. "Gerade in der Pflege muss man die Sprache der Menschen sprechen", sagt der 44-Jährige, der seit rund einem Monat Chef aller Krankenschwestern und Krankenpfleger im Reichenbacher Krankenhaus ist. Wohin es führt, wenn es an der Sprache hapert, das hat er schon erlebt. "Ich hatte neu in einem Krankenhaus in Schwaben angefangen und einer der Patienten sagte nach der Operation, er müsse dringend ,eine Rolle machen'", erinnert er sich. Der Rheinländer Mielke, ein Kollege aus Dresden und einer mit türkischen Wurzeln konnten sich nur schulterzuckend anschauen. Erst als ein Einheimischer dolmetschte - der Patient musste einfach ganz dringend aufs Klo - konnte dem Mann geholfen werden.

Mielke kennt einige solcher Anekdoten, immerhin ist er ein Mann der Praxis. "Ich hab in Bonn Krankenpfleger gelernt und mich dann weitergebildet", berichtet er. So studierte er Pflegemanagement in Nürnberg, arbeitete unter anderem am Bodensee, in Augsburg und in Halle. Herumgekommen ist er also schon. Da seine Frau aus Chemnitz stammt, will er nun in Sachsen heimisch werden. Neben seiner Arbeit hat er hier noch einige andere Pluspunkte entdeckt. "Ich gehe gern Skifahren", so der Pflegedirektor. "Im Winter fahre ich sicherlich mal nach Schöneck." Die Zeit will er sich unbedingt nehmen, auch wenn bei Paracelsus viel Arbeit auf den 44-Jährigen wartet. "Wir haben hier unbesetzte Stellen, für die wir gute Leute suchen", so Mielke. Dies sei alles andere als einfach, denn Pflege könne beileibe nicht jeder. "Vor ein paar Jahren hatte mal jemand vorgeschlagen, arbeitslos gewordene Schlecker-Mitarbeiter einfach in den Pflegebereich zu stecken", erinnert er sich. Diese Idee fand er schon damals völlig daneben: "So einfach ist das nicht. Das ist ein sehr anspruchsvoller Beruf, der einem auch emotional einiges abverlangt." Deswegen bietet Paracelsus unter anderem Praktika an, damit potenzielle Azubis erst mal austesten können, ob ihnen diese Arbeit liegt.


Die Suche nach neuen Mitarbeitern wird einer der Schwerpunkte seiner neuen Tätigkeit im Reichenbacher Krankenhaus werden. Und auch dabei sind ein paar vogtländische Sprachkenntnisse allemal nicht verkehrt. Doch selbst wenn er an denen noch feilen muss - mit den Vogtländern selbst kommt er gut zurecht. "Die Leute hier sind sehr direkt und sagen es einem schon, wenn ihnen was nicht passt", so Mielke. "Das liegt mir."

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