Neues DRK-Zentrum wird eine halbe Million Euro teurer

Mehraufwand bei der Fassade, Änderungen im Dachaufbau und die allgemeine Baupreisentwicklung wirken sich aus. Die Fördersumme wird erhöht.

Reichenbach.

Der Bau des neuen Beratungs- und Begegnungszentrums des DRK auf der Industriebrache an der Humboldtstraße 45 verteuert sich um ein Drittel. Waren 2017 Gesamtbaukosten von 1,60 Millionen Euro kalkuliert worden, so ist mit Stand von Januar 2019 von knapp 2,12 Millionen Euro die Rede. Der Reichenbacher Stadtrat hat daher jetzt der Erhöhung der Förderung des Vorhabens aus dem Bund-Länder-Programm "Soziale Stadt - Gebiet 2" zugestimmt.

Die Gründe für die Kostenerhöhung sind vielfältig. Zum einen ist sie im allgemeinen Baupreisanstieg begründet. Zum anderen wirken sich Planungsänderungen im Zusammenhang mit dem Dachaufbau, ein Mehraufwand bei der Wiederherstellung der stadtbildprägenden Straßenfassade und eine Optimierung der Sonnenschutzanlage aus.


Laut Planer Christian Suhr mussten über den geplanten Anriss hinaus zusätzliche Wände aufgrund der schlechten Bausubstanz abgebrochen werden. Das betraf insbesondere Wände der ehemaligen Weberei und die Seitenwände der Hofdurchfahrt, die sich als nicht mehr tragfähig erwiesen. Sie mussten ersetzt werden. Bei Aluminium-Elementen für die Fassade lagen die Angebote über 200 Prozent der Kostenschätzung. Für Heizung, Lüftung, Sanitär habe sich kein einziger Bieter gefunden. Nur mit Mühe habe man schließlich eine einheimische Firma binden können.

Der Kostenerhöhung und baufachlichen Begründung hat die Sächsische Aufbaubank mit dem Schreiben vom 18. Februar zugestimmt. Als förderfähig werden Ausgaben von 1,858 Millionen Euro angesehen. Das sind rund 329.000 Euro mehr als bisher. Bund und Land tragen davon zwei Drittel. Die Gesamtfinanzierung stellt sich so dar, dass der Bund und der Freistaat Sachsen 1,238 Millionen Euro beisteuern. Die Stadt Reichenbach trägt rund 185.000 Euro. Das DRK selbst hat 694.000 Euro aufzubringen. Der Stadtrat beauftragte den Oberbürgermeister, mit dem DRK dazu einen Nachtrag zur Modernisierungsvereinbarung abzuschließen.

Richtfest am künftigen Beratungs- und Begegnungszentrum war am 1. November 2018 gefeiert worden. Das DRK will dort seine Arbeit konzentrieren. Einzug soll voraussichtlich im Sommer 2019 sein. Im Zentrum werden sich eine Suchtberatungs- und Behandlungsstelle, ein Beratungszentrum, ein Ehrenamtszentrum, die Geschäftsstelle, der Behindertenfahrdienst, die Sozialstation sowie Räumlichkeiten zur Schulung und Ausbildung befinden.


Weitere Förderprojekte

Für das Fördergebiet "Soziale Stadt" hat der Stadtrat weitere Beschlüsse getroffen. Die Außenanlagen am Gemeinschaftshaus der Landeskirchlichen Gemeinschaft Reichenbach, Kirchgasse 4, die 32.950 Euro kosten, werden von Bund und Land mit 18.000 Euro und von der Stadt mit 2700 Euro bezuschusst. Der Abbruch von Produktions- und Lagergebäuden, des Heizhauses und des Industrieschornsteins im rückwärtigen Bereich der Oberreichenbacher Straße 56 wird zu 80 Prozent, die folgende Giebelinstandsetzung mit 100 Prozent gefördert. Für die Außenanlagen und die Instandsetzung der Nebengebäude der Karolinenstraße 12 werden 25 Prozent Förderung gewährt. (gb)

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