Neues Wohngebiet muss mit Trennsystem erschlossen werden

Die Stadt räumt Hürden für den Eigenheimbau auf dem oberen Volksfestplatz aus dem Weg. Für's Bauen mit vielen Freiheiten.

Reichenbach.

Der Reichenbacher Stadtrat hat mit großer Mehrheit den zweiten Entwurf des Bebauungsplans "Wohnen am Stadtpark" gebilligt. Mehr als 20 Einfamilienhäuser sollen auf dem ehemaligen oberen Volksfestplatz entstehen. Doch das Landratsamt machte in seiner Stellungnahme zum 1. Entwurf klare Forderungen auf.

"Vor allem zwei Komplexe waren betroffen: Abwasserentsorgung und Immissionsschutz", erklärte Baufachbereichsleiter Sven Hörning. Die Entwässerung könne als nicht geklärt angesehen werden, hieß es. Die Ableitung aller anfallenden Oberflächen- und Schmutzwässer über bestehende öffentliche Mischwasserkanäle des Abwasserzweckverbandes (AZV) Reichenbacher Land sei bisher nicht beplant und berechnet. Behördliche Vorzugsvariante sei ohnehin "die separate Ableitung des Niederschlagswassers bis zum Friesenbach". Auf Grund des Hochwasserschutzes sei nicht ausgeschlossen, dass eine Rückhaltung anfallender Niederschlagswässer gefordert wird.

Hörning räumte ein, dass bei neuen Wohngebieten ein Mischsystem nicht mehr genehmigungsfähig sei, "auch wenn wir ringsherum Mischwassersystem haben". Durch das Büro Thomas Lantzsch sei nun ein Entwässerungskonzept erarbeitet worden, das die Forderungen der Unteren Wasserbehörde beinhaltet. "Das Gebiet wird im Trennsystem mit separater Regenwasserableitung entwässert", so Hörning. Die Details werden mit dem AZV besprochen.

Was den Immissionsschutz angeht, kritisiert das Landratsamt: "Das südlich angrenzende, gegenwärtig brachliegende Gewerbegebiet wurde in die schalltechnische Prüfung nicht einbezogen. Bei Neuansiedlungen von nicht erheblich belästigenden Gewerbebetrieben scheint der Schutzanspruch an der Baugrenze des Wohngebiets nicht ausreichend gesichert."

Die Stadt ließ daraufhin das Schalltechnische Gutachten überarbeiten. Das Plangebiet wird als Allgemeines Wohngebiet festgesetzt. Die planseitigen Ausschlusskriterien wurden überarbeitet. Für die Errichtung und den Betrieb von Klima-, Kühl- und Lüftungsanlagen, Wärmepumpen sowie Blockheizkraftwerken wurden schallschutzrelevante Festsetzungen aufgenommen.

"Ich hoffe, dass der Vertrag mit dem Investor Hoch- und Tiefbau Reichenbach jetzt abgeschlossen werden kann", erklärte Oberbürgermeister Raphael Kürzinger (CDU). Laut Baufachbereichsleiter Sven Hörning sei der Standort nicht so schlecht, wie er mitunter gemacht werde. "Er hat eine interessante, stadtnahe Lage. Und es ist hier möglich, individuell zu bauen mit vielen Freiheiten", sagte er.

"Ich bin froh, dass wir mit HTR einen Investor haben, der vom Fach ist", meinte der OB angesichts der erforderlichen Nachverdichtung des Baugrundes. Das Unternehmen soll baureife Wohnbaugrundstücke auf dem Gelände anbieten.

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